Seit 1947 hat es in Bahrain keinen Gottesdienst mehr in einer Synagoge gegeben. Als Folge der Abraham-Abkommen mit Israel sind öffentliche Treffen jetzt wieder möglich.

Dank der Abraham-Abkommen blüht das jüdische Leben in Bahrain wieder auf; hier ein Treffen mit israelischen Journalisten im Oktober 2020. Foto: U.S. Embassy Jerusalem

Die kleine jüdische Gemeinde in der bahrainischen Hauptstadt Manama zählt knapp 50 Menschen. Damit ist sie trotz der geringen Anzahl nicht nur die größte, sondern die einzige jüdische Gemeinde in der Golfregion. Hier steht auch die einzige Synagoge. Bis vor Kurzem war sie allerdings heruntergekommen und verwaist. Die Juden trafen sich nur im privaten Bereich.

Im Dezember 1947 kam es in Manama im Zuge der Unruhen im Mandatsgebiet Palästina zu einem Pogrom. Arabische Männer zogen durch das Wohngebiet der Juden und drangen in Häuser und Geschäfte ein. Die Bewohner hatten sich vorher in Sicherheit gebracht, so dass der wütende Mob nur eine jüdische Frau fand. Die Araber ermordeten sie auf der Stelle. An diesem Tag wurde auch die Synagoge zerstört. Über die Hälfte der Juden Bahrains verließ daraufhin das Land. Es blieben etwa 600. Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 flohen fast alle. Die wenigen verbliebenen Juden haben die Synagoge notdürftig restauriert, aber nie wieder in Betrieb genommen.

Gemeinde sucht einen Rabbiner

Im vergangenen Monat dann hielt der Vorsteher Ebrahim Nonu in der frisch renovierten und eingerichteten Synagoge einen ersten Schabbat-Gottesdienst ab. Die Abrahahm-Abkommen zwischen Israel und einigen arabischen Staaten, darunter Bahrain, sind der Grund für die Wiederbelebung. Die Stimmung ist gut. Den meist älteren bahrainischen Juden winkt die Möglichkeit, Verwandte in Israel wiederzusehen oder von dort Besuch zu empfangen.

Nur ein Rabbiner fehlt noch, damit die Gemeinde wieder vollständig ist. Nonu wünscht sich einen jungen. Außerdem schmiedet er Pläne, neben der Synagoge eine jüdische Schule zu eröffnen. Nach so vielen Jahrzehnten soll jüdisches Leben in der Region wieder gedeihen.

Laut einem Bericht der Onlinezeitung „Times of Israel“ trinken die Gemeindemitglieder bei ihren Gottesdiensten Traubensaft zum Brot. An einem Mangel an Alkohol dürfte das nicht liegen. In vielen muslimischen Ländern ist Alkohol zwar verboten, aber leicht erhältlich. In Bahrain wird er völlig legal verkauft, auch an Araber. Es ist eines der liberalsten arabischen Länder. Die Voraussetzungen für einen Neustart des Synagogenlebens dürften gut sein. (Israelnetz)