Armeevertreter warnen vor Angriffen der Hisbollah

Armeevertreter warnen vor Angriffen der Hisbollah

Soldaten vor verlassenem Haus
Die israelische Armee geht im Südlibanon weiter gegen die Hisbollah vor. Foto: Israelische Armee IDF

Israel wappnet sich für eine mögliche Aktivierung der Hisbollah durch den Iran während der Feiertage. Indes stockt die Entwaffnung der Terrormiliz durch die libanesische Armee.

Vertreter des israelischen Sicherheitsapparates rechnen mit Angriffen der Terrormiliz Hisbollah in den kommenden Wochen. Den Erkenntnissen zufolge strebt der Iran mithilfe der Terrormiliz eine militärische Eskalation an. Angesichts der wirtschaftlichen Lage werde das Regime in Teheran aber nicht selbst eingreifen.

Die israelische Verteilzeitung „Israel Hajom“ berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Armee- und Geheimdienstkreise über die Lageeinschätzung. Demnach will der Iran mithilfe der Hisbollah das Alltagsleben in Israel stören, besonders angesichts der anstehenden Feiertage. Ein weiteres Ziel sei es, die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zu einem Abbruch zu bringen.

Am Abend des 11. September beginnt in Israel mit dem Neujahr, Rosch HaSchana, die Phase wichtiger Feiertage. Höhepunkt ist dabei der Versöhnungstag Jom Kippur, der als letzter der zehn Bußtage am Abend des 20. September beginnt. Am Abend des 25. September folgt das Laubhüttenfest, am 3. Oktober Simchat Tora – nach jüdischem Datum der dritte Jahrestag des Terrormassakers in Südisrael.

Eingeschränkte Armee

Die Sicherheitsherausforderungen im Norden zeigen sich auch an anderer Stelle: Wie mehrere Medien in den vergangenen Tagen berichteten, läuft das Ende Juli gestartete Pilotprogramm mit der libanesischen Armee noch nicht wie gewünscht. Ziel des Programmes ist es, dass die libanesische Armee Stück für Stück die Entwaffnung der Hisbollah übernimmt. Für den Anfang operiert sie dazu probeweise in zwei Pilotzonen.

Doch israelische Armeevertreter sagen nun, dass die Libanesen dem Ziel nicht gerecht würden. Aufgrund rechtlicher Einschränkungen führten die Soldaten etwa keine Suchaktionen in Wohnhäusern durch. Doch die Hisbollah versteckte ihre Waffen in den vergangenen Jahren gerade dort.

Wie ein hochrangiger amerikanischer Vertreter sagte, befürworten einige libanesische Generäle daher einen Verbleib der israelischen Armee im Südlibanon. Diese befürchten demnach eine Rückkehr der Hisbollah in bereits demilitarisierte Gebiete.

Netanjahu: Bringen das iranische Regime zu Fall

Indes haben sich sowohl der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) als auch US-Präsident Donald Trump (Republikaner) zuversichtlich gezeigt, dass das iranische Regime zusammenbricht. Beide befinden sich allerdings im Wahlkampf, Trump indirekt durch die Zwischenwahlen am 3. November.

Netanjahu sagte dem Sender „i24 News“, sein Ziel, die vom Iran geführte „Achse des Bösen“ zu zerstören, sei noch nicht erreicht. Er ergänzte: „Wir werden dieses Regime schlagen. Es wird fallen, wir werden es zum Fall bringen. Es steht bereits auf schwachen Beinen.“

Trump rief die Israelis am Mittwoch auf, sich angesichts der erneuten Eskalation mit dem Iran keine Sorgen zu machen. „Israel sollte sich keine Sorgen machen. Wissen Sie warum? Weil ich der Präsident bin und ich mich um Israel kümmern werde“, sagte Trump dem israelischen Sender „Kan“.

Falscher Raketenalarm

Am Dienstag hatte das neue Schuljahr begonnen, dabei öffneten Schulen mitunter zum ersten Mal seit dem Terrormassaker vom 7. Oktober. Staatspräsident Jizchak Herzog beschrieb die Öffnung als Triumph und Zeichen der Stärke Israels. Gerade für die Menschen im Norden sei es an der Zeit, zu einem Leben mit Routine zurückzukehren.

Doch in der Nacht zum Mittwoch weckte ein Raketenalarm Erinnerungen an dunkle Zeiten. Abfangraketen wurden abgefeuert. Zwar entpuppte er sich als Fehlalarm, doch zahlreiche Israelis flüchteten in die Schutzräume.

Im Südlibanon kamen hingegen israelische Soldaten unter Drohnenbeschuss. Die Armee griff daraufhin Terrorziele der Hisbollah an. (Israelnetz)

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