Armut, schwierige soziale und familiäre Verhältnisse – das sind die Startbedingungen für Batal. Ein selbstbestimmtes Leben, gar ein Studium, scheint so unerreichbar. Doch Batal hat Glück: Sie hat früh Kontakt zum Jaffa Institute und erhält später sogar ein Stipendium für ihr Wunschstudium. Die Geschichte einer glücklichen Weichenstellung.
Von Hannah Bartholomew mit Jaffa Institute
Junge Menschen haben Begabungen, Pläne, Wünsche – doch allzu oft entscheidet ihre soziale Herkunft über ihren weiteren Weg. Das ist ein weltweit verbreitetes Problem und in Israel nicht anders. Und doch gibt es Auswege.
Bildung ist einer der wirksamsten Wege, um Armut langfristig zu überwinden und jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen. Genau hier setzt das Stipendienprogramm des von Christen an der Seite Israels (CSI) unterstützten Jaffa Institutes an. Das Stipendienprogramm hilft ihnen dabei, die finanziellen Hürden auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss zu überwinden und damit die Grundlage für ein selbstbestimmtes und wirtschaftlich unabhängiges Leben zu schaffen. Durch die Förderung benachteiligter Studierender in Israel hilft das Programm armen Israelis, dem Kreislauf der generationenübergreifenden Armut zu entkommen.
Batals Geschichte
Eine der diesjährigen Stipendiatinnen ist die 23-jährige Batal Badganov. Sie studiert Gesundheitsmanagement und steht damit am Beginn einer vielversprechenden beruflichen Zukunft. Ihre Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltige Unterstützung Leben verändern kann.
Batal wuchs gemeinsam mit ihren Geschwistern unter schwierigen familiären und finanziellen Bedingungen auf. Als Kind besuchte sie ein Nachmittagsprogramm des Jaffa Institutes, das ihr über viele Jahre hinweg Stabilität, Förderung und Gemeinschaft bot. Rückblickend beschreibt sie diese Zeit als prägend für ihren gesamten Lebensweg: „Ich erinnere mich an alles, was mit dem Programm zu tun hat. Die wundervolle Kindheit, die ich dort verbracht habe, wie sehr sie mich gestärkt hat; die Dinge, die ich gelernt habe, die Werte, die mir vermittelt wurden – ich bin mir fast sicher, dass ich heute an einem ganz anderen Ort wäre, wenn ich nicht dort aufgewachsen wäre.“
Besonders erinnert sie sich an die Menschen, die sie begleitet haben, die ihr halfen, Hausaufgaben zu erledigen, ihr Selbstvertrauen stärkten und ihr das Gefühl gaben, gesehen und wertgeschätzt zu werden. Und die köstlichen Mahlzeiten, die sie nie als selbstverständlich angesehen hat.
„Ich bin diesem Ort jeden Tag dankbar. Ich danke Gott für dieses Privileg. Ich bin dankbar, dass ich zusammen mit unglaublichen Kindern aufgewachsen bin – von denen einige bis heute zu meinen engsten Freunden zählen. Ich bin dankbar für die großartigen Betreuer, die ich hatte. Für mich waren sie Botschafter Gottes, die heilige Arbeit mit Kindern leisteten, die diese wirklich brauchten.“
Mehr als Bildung
Batals Highlights? Die Ferien und Sommercamps, in denen sie ins Kino gingen, in den Zoo oder den Vergnügungspark. „Das Beste war das Schwimmbad. Denn was gibt es Schöneres, als wenn die Betreuer einen im Schwimmbad auf dem Rücken reiten lassen und einen ständig daran erinnern, Sonnencreme aufzutragen?“
Eine besonders bewegende Erinnerung stammt aus der Zeit, als sie mit ihrer Mutter und Geschwistern nach der Scheidung der Eltern vorübergehend in einem Frauenhaus leben musste. Nach mehreren Monaten kehrte sie schließlich in das Nachmittagsprogramm zurück: „Als die Tür aufging, stürzten sich alle auf mich. Sie haben geweint, waren gerührt und haben mir immer wieder gesagt, wie sehr sie mich vermisst haben. Das werde ich niemals vergessen.“
Als Studentin, die ihren Lebensunterhalt weitgehend selbst bestreitet, weiß Batal genau, welche Bedeutung das Stipendium hat: „Jeder Beitrag hilft wirklich und gibt mir Kraft. Dafür bin ich unglaublich dankbar.“

Das Stipendienprogramm verfolgt jedoch nicht nur das Ziel, Bildung zu fördern. Alle Stipendiaten werden dazu ermutigt, ehrenamtlich in eigenen oder anderen Betreuungszentren für gefährdete Kinder und Kinder mit besonderen Bedürfnissen, in Programmen für ältere Menschen oder in Initiativen zur Stärkung von Frauen mitzuarbeiten.
Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt sorgfältig auf Grundlage ihrer finanziellen Situation, ihrer akademischen Leistungen und ihrer persönlichen Lebensumstände. Besonders berücksichtigt werden Absolventen der Programme des Jaffa Instituts sowie junge Menschen aus sozial benachteiligten Stadtteilen. Seit der ersten Stipendienvergabe im Jahr 1992 hat sich das Programm kontinuierlich weiterentwickelt. Während damals sechs Studierende gefördert wurden, erhalten heute jährlich rund 100 junge Menschen die Chance, ihre Bildungsziele zu verwirklichen.
Ohne Spenden ist diese Arbeit nicht möglich. Das ist auch den Verantwortlichen des Jaffa Institutes bewusst: „Wir danken allen Unterstützern herzlich. Ihre Spenden ermöglichen es jungen Menschen wie Batal, ihr Potenzial zu entfalten, ein Studium zu absolvieren und eine Zukunft aufzubauen, die zuvor oft unerreichbar schien. Gemeinsam schaffen wir Chancen, die weit über die Studienzeit hinaus wirken – für die Studierenden, ihre Familien und die gesamte israelische Gesellschaft.”
Hier erfahren Sie mehr über unsere Unterstützung für das Jaffa Institut.
