Am Sonntagabend beginnt das jüdische Lichterfest Chanukka. Bereits zur Zeit Jesu wurde es gefeiert. In diesem Jahr fällt sein Beginn auf den 1. Advent. Hinter dem achttägigen Fest steckt die spannende Geschichte eines göttlichen Wunders.

Ein Jude entzündet an seinem Haus in Jerusalem die Chanukka-Kerzen in einer Laterne. Foto: Martin Nowak

Von: Tobias Krämer

Durch Alexander den Großen wurde die griechische Kultur im großen Stil verbreitet. Auch in Israel war sie zu spüren. Unter Antiochus IV. Epiphanes ging es dann richtig zur Sache. Er verlangte, dass die Juden ihrem Gott abschworen, ließ griechische Altäre aufstellen, entweihte den Tempel und verbot die Beschneidung. Dies führte zu einem blutigen Aufstand unter Judas Makkabäus. Mit ein paar tausend Anhängern besiegte Judas das große Heer des Antiochus. 164 v. Chr. konnte der Tempeldienst wieder aufgenommen werden. Dies wird jedes Jahr an Chanukka gefeiert. Dabei dankt man Gott und rühmt den Mut der Makkabäer.

Das Kennzeichen von Chanukka ist die Chanukkia, der Chanukkaleuchter. Dahinter steht eine Geschichte. Nach der Befreiung des Tempels fand man nur noch einen einzigen Krug mit geheiligtem Öl vor. Dieser reichte nur für eine eintägige Brenndauer, doch das Tempelweihfest dauerte ganze acht Tage. Nachdem man nun den Leuchter entzündet hatte, geschah ein Wunder Gottes. Die Flammen brannten volle acht Tage, bis die Priester neues Öl vorbereitet hatten. So bestätigte Gott die Wiedereinweihung des Tempels.

Während der acht Tage von Chanukka werden die Kerzen der Chanukkia entzündet – jeden Abend eine mehr. Am Ende werden Chanukkalieder gesungen, die Kinder bekommen Geschenke und es werden Süßigkeiten und Leckereien verzehrt. In diesem Jahr fällt der Beginn des Chanukka-Festes mit dem Beginn der christlichen Adventszeit zusammen, einer Zeit, die traditionell dem Kommen des Messias gewidmet ist, der das Licht der Welt ist. Das Lichterfest fällt also mit dem Fest des Lichts zusammen.

Eine Chanukkia hat neun Armee. Der Mittlere ist der sogenannte Diener. An ihm werden alle anderen Kerzen entzündet. Foto: Canva

Chanukka wurde auch zur Zeit Jesu gefeiert (Joh 10). Im Vorfeld sagte Jesus von sich selbst: Ich bin das Licht der Welt (Joh 8,12; 9,5). Dies erinnert an die Chanukkia. Das mittlere Licht des Leuchters, der „Diener“, hat nämlich eine besondere Bedeutung. Denn vom Diener aus wird das Feuer auf die anderen Lichter übertragen. Das ist ein Symbol für Jesus. Jesus ist das Licht der Welt und gibt sein Licht an seine Jünger weiter, um es zu multiplizieren (Mt 5,14). Oft höre ich: „Ich bin ja nur ein kleines Licht!“ Dann mach dir klar: Es genügt ein kleines Licht, um die Macht der Finsternis zu brechen. Fang einfach an….