Wollte man in der Ukraine Stolpersteine legen im Gedenken an die Juden, die einmal das jeweilige Stadtbild geprägt haben, man müsste vielerorts ganze Stadtviertel, ganze Schtetl pflastern. Mehr als jeder vierte der im Holocaust ermordeten Juden war in der Ukraine zu Hause. Doch in der riesigen damaligen Sowjetunion gelang es auch vielen Juden, nach Osten zu fliehen.

Nach dem deutschen Einmarsch im Juni 1941 wurden jüdische Männer wie auch ihre nicht-jüdischen Landsleute zum Dienst in der Roten Armee eingezogen und an die Front geschickt. So kehrten nach dem Rückzug der Wehrmacht die einen von der Front, die anderen aus dem Exil zurück und erfuhren, dass ihre Eltern und Großeltern, die den guten Deutschen aus dem 1. Weltkrieg vertraut hatten, jetzt in den Massengräbern am Stadtrand lagen.

In den folgenden Jahrzehnten des latenten staatlichen Antisemitismus versuchten die Überlebenden, als geschichtslose Sowjetbürger ihren Platz im System zu finden. Nach der Auflösung der Sowjetunion gingen viele nach Israel. Doch viele der Kriegs- und Nachkriegskinder blieben.

Für sie brach in den 1990ern das System der staatlichen Versorgung weitgehend zusammen. Von den winzigen Renten kann kaum jemand überleben, zumal die medizinische Versorgung aus der Tasche bezahlt werden muss. Und sie sind einsam geworden – seit Corona mehr denn je.

Mit Lebensmittelpaketen möchte CSI die Not der Holocaust-Überlebenden in der Ukraine ein wenig lindern – und ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind. (Bild: CSI e.V.)

Wir von Christen an der Seite Israels (CS) kümmern uns durch eigene Mitarbeiter vor Ort in Zusammenarbeit mit den jüdischen Gemeinden um die Bedürftigen. Mit Lebensmittelpaketen und personalisierten Patenschaften sorgen wir dafür, dass die Überlebenden auf ihre alten Tage noch ein Stück Liebe erfahren – gerade aus Deutschland. Für die Bedürftigen, die bereitwillig ihre Lebensgeschichten mit uns teilen, ist es überwältigend, dass jemand sie persönlich aufs Herz nimmt.

Kommen Sie mit auf eine kleine Zeitreise in die Ukraine – zu den jüdischen Schtetls von einst, zu den tragischen Kriegsschauplätzen und vor allem zu den bedürftigen Überlebenden, die noch auf uns warten.

Von: Anemone Rüger