Es gibt Bibeltexte, die sind im Blick auf Israel einfach „der Hammer“. Einige dieser „Hammertexte“ stellt Pastor Tobias Krämer vor. Heute Jesaja 45,21-24 (Luther 21): 

„Es gibt keinen Gott außer mir, ein gerechter Gott und Retter; es gibt keinen außer mir!” (V. 21)

 Im christlichen Abendland ist es nichts Besonderes, wenn man sagt, dass es nur einen Gott gibt. In der Antike aber, wo jedes Volk seine Götter hatte, war das eine krasse Ansage. Gott sagt hier gleich zweimal: „Es gibt keinen Gott außer mir!“ Zugleich stellt er sich als gerechter Gott und als Retter vor. Nachdem Gott dies betont hat, wendet er sich an die ganze Welt: „Wendet euch zu mir, dann werdet ihr gerettet, aller Welt Enden!“ (V. 22) Und es überrascht sicher nicht, wenn Gott noch einmal betont: „Denn ich bin Gott und sonst keiner.“ (V. 22)  

Gottes Ziel ist, dass sich alle Knie vor ihm beugen. (V. 23) Nicht weil Gott Freude daran hätte, wenn die Menschen unterwürfig vor ihm buckeln. Das Gegenteil ist der Fall. Die Menschen sollen sich beugen, weil sie etwas kapiert haben: „Im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke.“ (V. 24) Das ist der Punkt. Da ist einer, Gott, der Gerechtigkeit und Stärke hat – und beides weitergibt. Nun ist es leicht, vor Gott die Knie zu beugen. Denn man tut das, um Gottes Gaben zu empfangen: Gerechtigkeit und Stärke. Was könnte es Besseres geben?  

Gott gibt nicht nur Gerechtigkeit und lässt die Menschen schwächlich zurück; Gott gibt auch Stärke! Und Gott gibt seine Kraft nicht jedem Schmock; er gibt auch Gerechtigkeit! Gott macht die Menschen gerecht und stark. Menschen, die in diesem Sinn die Knie beugen, werden danach aufstehen und aus Gottes Gerechtigkeit und Stärke handeln. Und wenn viele das tun, dann wird die Welt bald nicht wiederzuerkennen sein. Genau das wünscht sich Gott. Es gibt Menschen, die so leben. Andere tun das nicht. Sie werden beschämt dastehen, wenn sie die Folgen sehen. (V. 24) Wie peinlich, Gottes Angebot ausgeschlagen zu haben!  

Eigenartigerweise kann Jesaja den Abschnitt nicht beenden, ohne nochmals auf Israel zu sprechen zu kommen: „Im Herrn werden alle Nachkommen Israels gerechtfertigt sein.“ (V. 25) Alle. Später wird Paulus sinngemäß dasselbe sagen: „Ganz Israel wird gerettet werden.“ (Röm 11,26) Ganz Israel. In den Nationen dieser Welt gibt es die einen, die ihre Knie beugen, und die anderen, die am Ende die Schamesröte im Gesicht haben werden. Israel aber wird als ganzes Volk gerettet werden. Dann werden alle Nachkommen Israels gerechtfertigt sein und die Ewigkeit mit Gott verbringen.  

Unter diesen Umständen ist es gut, schon mal ein paar Wörter Hebräisch zu lernen. In diesem Sinne ein herzliches: Schalom! 

Von: Tobias Krämer

Kennen Sie schon unseren Podcast „Frag Pastor Tobias“? Hier stellt sich Tobias Krämer Fragen zum Thema Christen & Israel. Jahrelang war er als Pastor und Dozent für Systematische Theologie in Stuttgart tätig. Seine Leidenschaft ist es, komplexe Zusammenhänge aufzuschlüsseln und sie so zu vermitteln, dass sie leichter zugänglich und verständlich sind. Stellen Sie uns gerne Ihre Fragen zum Thema Christen & Israel unter: podcast@csi-aktuell.de.