Es gibt Bibeltexte, die sind im Blick auf Israel einfach „der Hammer“. Einige dieser „Hammertexte“ stellt Pastor Tobias Krämer vor. Heute Jeremia 23,5:

„Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der gut regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.“

„Wehe den Hirten!“ So beginnt Jeremia 23. Israel hatte oft miserable Hirten und wurde zuletzt in alle Welt zerstreut. Gott aber holt Israel zurück und kündigt eine bessere Zeit, so dass sich die Juden „nicht mehr fürchten“ müssen (V. 4). Ob diese Zeit schon gekommen ist? Die Juden, die heute nach Israel zurückkehren, sehen Israel jedenfalls als sicheren Hafen an. Israel ist zum Zufluchtsort für verfolgte Juden aus aller Welt geworden. Da erfüllt sich bereits etwas von Gottes Verheißungen.

Aber es geht noch weiter. Der Text macht einen Sprung: „Siehe, es kommt die Zeit“ – das ist eine Endzeitformel. Aus dem Haus Davids (woher sonst?) wird ein neuer König kommen. Einer, der gut regieren wird. Einer, der dem Recht und der Gerechtigkeit zum Durchbruch verhelfen wird. Das ist eine messianische Weissagung: die Ankündigung des Messias! Spricht der Prophet von Weihnachten?
Wir feiern Weihnachten, weil Gott seinen Sohn, den Messias Jesus gesandt hat, um Rettung und Wiederherstellung zu bringen. Das ist grandios! Aber dass Jesus bereits im Vollsinn des Wortes über Israel „regieren“ würde, kann man sicher nicht sagen. Deshalb warten wir auf seine Rückkehr. Wo wird Jesus regieren? Der Text sagt ba‘aretz – im Lande, also in Israel. Man kann aber auch übersetzen mit „auf Erden“. Im Grunde stimmt beides, denn der Messias wird kommen, um die Herrschaft Gottes für immer durchzusetzen – in Israel und in der ganzen Welt. Darauf leben Christen und Juden zu.

Das erste Kommen Jesu (Weihnachten) ist ein Meilenstein, aber noch nicht der Zielpunkt. Israel ist noch nicht vollständig wiederhergestellt und die Welt ist alles andere als in Ordnung – da muss noch etwas kommen! Allerdings nicht nur etwas, sondern jemand: Jeschua ha’Maschiach, der Messias Jesus – zum zweiten und letzten Mal.

Feiern wir Jesus, der vor 2.000 Jahren gekommen ist und auch heute kommt, nämlich in unsere Herzen! Doch feiern wir ihn unter der Perspektive, dass er eines Tages wiederkommen wird, um sein Werk zu vollenden. Dann werden wir erleben, was schon die Engel zur Geburt Jesu angekündigt haben: „Frieden auf Erden“ (Lukas 2,14).

In diesem Sinn: frohe Weihnachten!

Von: Tobias Krämer

Kennen Sie schon unseren Podcast „Frag Pastor Tobias“? Hier stellt sich Tobias Krämer Fragen zum Thema Christen & Israel. Jahrelang war er als Pastor und Dozent für Systematische Theologie in Stuttgart tätig. Seine Leidenschaft ist es, komplexe Zusammenhänge aufzuschlüsseln und sie so zu vermitteln, dass sie leichter zugänglich und verständlich sind. Stellen Sie uns gerne Ihre Fragen zum Thema Christen & Israel unter: podcast@csi-aktuell.de.