Treffen der Koby-Mandell-Stiftung: CSI-Mitarbeiterin Delly Hezel (l.) mit Israelis, die durch Terror oder Krankheit einen Menschen verloren haben. Foto: privat

Als Christen an der Seite Israels unterstützen wir seit rund 20 Jahren Israelis, die durch Terror oder in Kriegen an Leib und Seele verletzt wurden. Damit wollen wir dem biblischen Aufruf nachkommen, Israel zu trösten – einem Aufruf, der nicht an Bedeutung verliert, wie die Terroranschläge auf Juden im März, April und Mai in Israel erneut zeigen.

Seit seiner Gründung am 14. Mai 1948 wird der Staat Israel immer wieder von Kriegen und Terror heimgesucht. Mehr als 20.000 Israelis kamen dadurch ums Leben. Zehntausende wurden verletzt. Mit dem Gedenktag für die Gefallenen und Terroropfer, dem Jom HaSikaron, ehrt Israel die Angehörigen des Militärs, der Polizei und der Sicherheitsdienste sowie die Zivilisten, die im modernen Nahostkonflikt ums Leben kamen. In diesem Jahr begann der Gedenktag am Abend des 3. Mai. Er ging am nächsten Tag nahtlos in den fröhlichen Unabhängigkeitstag Jom HaAtzma‘ut über. Dieser Übergang von Traurigkeit zu Fröhlichkeit erinnert die Israelis daran, welchen Preis sie für die Unabhängigkeit ihres Staates zahlen mussten und müssen.

Als Christen an der Seite Israels möchten wir israelischen Terroropfern ganz praktisch zur Seite stehen. Viele von ihnen leiden auch nach der Heilung ihrer körperlichen Verletzungen noch lange unter posttraumatischen Belastungen wie Ängsten, Alpträumen, Schlafstörungen, übermäßiger Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und anderen Symptomen. Den Betroffenen und ihren Angehörigen wollen wir helfen, aus diesem bedrückenden Zustand herauszukommen und zu einem normalen Leben zurückzufinden. Im Rahmen unseres Hilfsprogramms für Terroropfer bringen wir seit rund 20 Jahren betroffene Israelis für 8 bis 12 Tage bei uns bekannten Gastfamilien in Deutschland und Österreich unter. Wir bezahlen ihren Flug und in besonderen Fällen auch Therapiekosten. Die Gastfamilien stellen Unterkunft und Verpflegung, besondere Ausgaben können sie mit uns abrechnen. Die Mitarbeiter unseres Hilfsprojekte-Teams besuchen Gäste und Gastfamilie in dieser Zeit und stehen für Fragen bereit.

Solche Regenerationszeiten werden von Psychologen und Trauma-Experten empfohlen und haben sich immer wieder als sehr heilsam für die traumatisierten Terroropfer erwiesen. Bei der Vermittlung der Terroropfer arbeitet Delly Hezel aus unserem Hilfsteam unter anderen eng mit Rachel Tevet zusammen. Deren im Mai 2021 verstorbener Ehemann Avishay war im Jom-Kippur-Krieg 1973 verletzt worden und hatte sich bis zu seinem Tod um verwundete und traumatisierte Israelis gekümmert. Er war in Israel als Ansprechpartner für Terroropfer bekannt. Zusammen mit seiner Frau hatte Avishay Israelis ermutigt, sich auf das Projekt einzulassen: Zu Gast bei Menschen zu sein, die sie nicht kennen, und das auch noch in Deutschland – das kostete manchen Juden Überwindung.

Einmal richtig zur Ruhe kommen zu dürfen – ohne Angst vor Terror

Mittlerweile haben fast 200 Israelis an dem Programm teilgenommen. Einmal richtig zur Ruhe kommen zu dürfen, ohne Angst vor Terror, das hat ihnen gutgetan. Und zugleich legt das Programm den Grundstein für Versöhnung: Israelis und Deutsche, Juden und Christen rücken näher zusammen. Eine der Teilnehmerinnen unseres Hilfsprogramms ist Mirta Shainbrumm aus dem Kibbutz Mei Ami. Ihr Sohn Yaniv kam im Zweiten Libanonkrieg 2006 als Soldat ums Leben. Die Mutter sagte uns nach dem Aufenthalt in Deutschland: „Vielen Dank für zehn wunderbare Tage, die wir bei euch erlebten. Nun wissen wir, wir haben eine Familie in Deutschland.“ In Israel arbeiten wir zudem mit den Organisationen „Hineni Jerusalem“ und „Keren Hayesod“ sowie der „Koby-Mandell-Stiftung“ zusammen, die sich um Terroropfer kümmern. Seit dem 13. März wurden fast 20 Menschen von arabischen Terroristen ermordet. Die Not ist groß, der Bedarf steigt. Wir möchten Terroropfer in Israel auch weiterhin unterstützen. Sie sollen erleben, dass Christen in Deutschland, Österreich und der Schweiz an ihrer Seite stehen und sie mit ihrem Schmerz nicht allein sind.

„Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat …“ (Jesaja 40,1ff)

Helfen Sie uns dabei, unser Hilfsprogramm für die Opfer des Terrors in Israel fortzusetzen und weiter auszubauen? Hier haben Sie die Möglichkeit, diese Arbeit zu unterstützen: www.csi-aktuell.de/spenden/

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 129. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen: https://csi-aktuell.de/israelaktuell. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.