In Israel leiden Tausende Menschen unter den Folgen von Terror. Sie wurden selbst verletzt – an Leib oder Seele oder haben Angehörige verloren. „Christen an der Seite Israels“ ist es ein Anliegen, diesen Menschen zu helfen. Mehr dazu lesen Sie im folgenden Artikel, der zuerst in unserer kostenlos erhältlichen Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 124 erschien.

Rettungskräfte im Einsatz vor einem Wohnhaus im südisraelischen Aschdod, nach dem Einschlag einer Rakete aus dem Gazastreifen. Foto: Flash90

Die Menschen in Israel hatten gerade begonnen, aufzuatmen: Nach mehr als einem Jahr mit Ausgangsbeschränkungen und Schließungen aufgrund der Corona-Pandemie war das öffentliche Leben endlich wieder zurückgekehrt. Menschen strömten in Restaurants, Geschäfte, an die Strände und genossen die wiedergewonnenen Freiheiten. Doch die Freude währte nicht lange.

Zwischen dem 10. und 21. Mai hagelte es Raketen aus dem Gazastreifen – nicht nur auf angrenzende israelische Ortschaften, auch auf Tel Aviv und Jerusalem. Allein in der ersten Woche dieser neuen Eskalation feuerten palästinensische Terroristen mehr als 3.100 Geschosse in Richtung Israel ab. Manche gingen noch im Gazastreifen nieder, andere auf offenem Feld in Israel, die meisten fing das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel ab. Dennoch starben in Israel Menschen und wurden verletzt – an Leib und Seele.

Bunker sind nicht mehr sicher

Der Alltag vieler Israelis war in diesen Tagen geprägt von Angst und Unsicherheit. „Wo ich meine nächste Nacht verbringen werde, weiß ich noch nicht“, erzählt uns Rony Kissin aus Kerem Schalom, direkt an der Grenze zum Gazastreifen. Trotz der vorhandenen Bunker fühlt sich die Israelin nicht mehr sicher: „Ein 5-jähriger Junge wurde in einem Schutzbunker durch einen eingedrungenen Raketensplitter getötet. Bisher waren wir, wenigstens, in unseren Bunkern sicher, aber da die Raketen immer professioneller und massiver werden, ist dieser Schutz nicht mehr gewährleistet.“

Viele Terror-Opfer leiden unter psychischen und posttraumatischen Belastungen wie Ängsten, Alpträumen und Schlafstörungen. Besonders betroffen sind Kinder. Oron Gelband, die mit ihrem Mann Ran und der 7-jährigen Tochter Aviv nahe der Grenze zum Gazastreifen lebt, schrieb: „Wir leben in dem wunderschönen Kibbutz Re‘im. Mein Großvater hat ihn mitgegründet und meine gesamte Familie lebt hier. Doch den Raketenterror der letzten Tage konnten wir unserer Tochter nicht weiter zumuten. Der unaufhörliche Raketenbeschuss, immer verbunden mit der Angst, getroffen zu werden, und auch der Lärm der israelischen Bomben, die in Gaza Terrorstützpunkte vernichten, ist für eine kleine Kinderseele nicht länger zu ertragen.“

Mit Mann und Tochter ist Oron nun zu den Schwiegereltern nach Jerusalem gezogen. Doch auch dort ist die Familie vor den Raketen der Hamas nicht sicher – immer wie-der ertönt auch in Israels Hauptstadt Raketenalarm und die Bewohner müssen sich in Schutzbunker flüchten. Die 7-jährige Aviv leidet wie viele Kinder besonders unter der Situation: „Sie geht nicht mehr allein zur Toilette und braucht immer jemanden, der neben ihr schläft“, erzählt uns die Mutter.

„Schma Israel“ – Hilfe und Trost im Gebet

Sehr bewegt hat uns zudem eine Begebenheit, von der Benjamin Philipp aus der Mittelmeerstadt Aschdod berichtet. Er schickte uns ein Bild, auf dem zu sehen ist, wie seine Tochter versucht, ihre Oma zu trösten. „Meine Großmutter hat am 10. Mai 1940 meine damals 10-jährige Mutter während der Bombenangriffe auf Rotterdam damit getröstet, dass sie ihr sagte, sie solle sich nicht fürchten, sondern das ‚Schma Isra-el – Höre Israel‘ beten, während sie sich im Schutzbunker versteckten. Meine Tochter, sagte dieselben Worte zu meiner Mutter, als sie das erste Mal in den Bunker rennen musste.“

Im Bunker versucht die Tochter von Benjamin Philipp, dem Leiter von „Hineni“, ihre Oma zu trösten. Foto: privat

Es sei bemerkenswert, so schrieb Benjamin, „dass sie einen Altersunterschied von 83 Jahren zwischen sich haben und dennoch über die-selben Lebenserfahrungen, Gebete und Hoffnungen sprechen können. Die Zeiten haben sich geändert. Die Erfahrungen, die Gebete und die Hoffnungen nicht!“

Als „Christen an der Seite Israels“ wollen wir den Betroffenen und ihren Angehörigen in dieser Notsituation helfen. Unser Partner dafür in Israel ist „Hineni“, eine Organisation, die sich um Terror-Opfer kümmert und ihnen weitreichende psychologische sowie vielfältige therapeutische und auch materielle Hilfen bietet. Darüber hinaus laden wir auch Betroffene zu einem Urlaub nach Deutschland und Österreich ein, um ihnen hier eine Zeit der Erholung zu verschaffen. Solche Regenerations-Urlaubszeiten werden von Psychologen und Trauma-Experten empfohlen und haben sich immer wieder als sehr heilsam und segensreich für die Terror-Opfer erwiesen.

Wenn Sie uns bei der Hilfe für die terrorgeschädigten Israelis finanziell unterstützen möchten, haben Sie hier die Möglichkeit dazu. Das Spenden-Stichwort dafür lautet „Terror-Opfer“. (Redaktion)