Blick vom Ölberg auf Jerusalem: Der Tempelberg mit dem Felsendom ist das Herz des Nahostkonfliktes und wird es bis zur Wiederkunft Jesu auch bleiben. Foto: Canva

Seit 1998 ist der Jerusalemtag in Israel ein nationaler Feiertag. In diesem Jahr fiel er auf den 28./29. Mai. Am „Jom Jeruschalajim“ gedenken Juden der historischen Wiedervereinigung Jerusalems vom 7. Juni 1967. Der Feiertag erinnert auch daran, dass Jerusalem das Zentrum des Judentums ist. Diesem Ereignis widmen wir diesen biblisch-prophetischen Abriss zur (Heils-)Geschichte Jerusalems.

Von: Harald Eckert

Jerusalem ist eine einzigartige Stadt mit einer einzigartigen Geschichte und – gemäß der Bibel – einer einzigartigen Bedeutung für die Menschheit. Die Vorgeschichte Jerusalems beginnt in der Epoche Abrahams im 1. Buch Mose und endet im Neuen Jerusalem in den letzten Kapiteln des Buches Offenbarung. Sie ist eine Stadt von höchster welthistorischer und heilsgeschichtlicher Bedeutung.

Jerusalem in alttestamentlicher Zeit

Die Vorgeschichte Jerusalems wird mit der mysteriösen Person des Melchisedek, des „Königs von Salem“ in Verbindung gebracht, dem Abraham den Zehnten zahlte und von dem Abraham gesegnet wurde. (1. Mose 14,18-20). Eine zweite vorgeschichtliche Erwähnung ist der Berg Morijah, auf dem Abraham nach der Weisung Gottes den Sohn der Verheißung, Isaak, opfern sollte (1. Mose 22,2). Generationen später wurden König David und dessen Sohn König Salomon von Gott angewiesen, den Tempel auf dem Berg Morijah zu bauen (2. Chronik 3,1, u.a.). König David machte Jerusalem zur Hauptstadt Israels und nach der Teilung des Reiches verblieb Jerusalem die Hauptstadt des Südreiches. Die größten Siege Israels und seine größten Abgründe verbinden sich mit dem Namen Jerusalem.

Jerusalem und Jesus

Jerusalem ist die Stadt, die Jesus als die „Stadt des großen Königs“ pries (Matth. 5,35). Und Jerusalem ist die Stadt, über die Jesus trauerte (Matth.37,37-39). In Jerusalem predigte Jesus im Tempel, feierte mit seinen Jüngern das erste Abendmahl, starb am Kreuz und wurde von den Toten aufgeweckt. 40 Tage nach seiner Auferstehung fuhr er vom Ölberg auf in den Himmel und 10 Tage später goss er seinen Heiligen Geist in Jerusalem aus (Pfingsten). Bei seiner Himmelfahrt in Jerusalem prophezeiten die anwesenden Engel, dass Jesus auf dem Ölberg, östlich von Jerusalem zurückkehren wird – wie es im Propheten Sacharja verheißen ist (Sacharja 14,4): „Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden.“

Jerusalem in neutestamentlicher Zeit

Im Jahr 70 n.Chr. wurde Jerusalem von den Römern erobert, der Tempel zerstört und der größere Teil des jüdischen Volkes getötet oder (zumeist als Sklaven) unter das römische Reich zerstreut. Die Zeit der Diaspora begann und sollte etwa 19 Jahrhunderte andauern. Am 14. Mai 1948 kam die erste Hälfte Jerusalems, mit der Staatsgründung Israels, wieder unter jüdische Souveränität. Am 7. Juni 1967 folgte im Sechs-Tage-Krieg der zweite Teil Jerusalems. Jerusalem war nach 19 Jahren der Teilung wiedervereint, mit der hochbedeutsamen Ausnahme des Tempelberges, der teilweise unter moslemischer Herrschaft steht. Er ist das Herz des Nahostkonfliktes und wird es bis zur Wiederkunft Jesu auch bleiben, wie uns die Propheten vorhersagen (siehe Joel 4, Sacharja 12+14, Psalm 2 etc.). Erst die Rückkehr des Messias, Jesus, wird diesem Konflikt ein dauerhaftes Ende setzen.

Jerusalem im Buch der Offenbarung

Jerusalems künftige Herrlichkeit wird von den Propheten des Alten Testaments mehrfach beschrieben. Unter anderem in Jesaja 2,2-4; Micha 4,1-5; Jesaja 62, 1-7; Sacharja 9,9-10. In Offenbarung 20 wird der Anbruch der messianischen Heilszeit (1000-jähriges Reich) mit dem Messias (Jesus) als Regent und den Erlösten als Mitregenten konkret beschrieben. Danach, in den Kapiteln 21 und 22, ist vom Neuen Himmel, von der Neuen Erde und vom Neuen Jerusalem die Rede. Die paradiesischen Zustände im Garten Eden, die durch die Sünde beeinträchtigt wurden, kommen nun auf globaler, weltumfassender Weise zu ihrem seit je von Gott beabsichtigen Ziel: Eine erlöste Zivilisation aus allen Sprachen, Völkern, Stämmen und Nationen mit Jerusalem im Zentrum. Offenbarung 21,23-26:

„Und die Stadt (Jerusalem, Anm. d. Aut.) bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, daß sie in ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Und die Heidenvölker, die gerettet werden, werden in ihrem Licht wandeln, und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit und Ehre in sie bringen. Und ihre Tore (die Tore Jerusalems; Anm. d. Aut.) sollen niemals geschlossen werden den ganzen Tag; denn dort wird keine Nacht sein. Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Völker in sie bringen.“

Jerusalem, die Stadt des großen Königs, wird als Mittelpunkt der erlösten Schöpfung und der erlösten Menschheit, seine letztendliche und ewige Bestimmung und Entfaltung erleben. Dafür dürfen wir beten. Darauf dürfen wir hoffen.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 129. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen: https://csi-aktuell.de/israelaktuell. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.