Zwei israelische Araber erschießen an einer Bushaltestelle in Hadera zwei Grenzpolizisten. Es ist der zweite tödliche Terroranschlag in Israel binnen fünf Tagen.

 

Mitarbeiter der Rettungsorganisation ZAKA am Anschlagsort. Foto: ZAKA, Twitter

Terroristen haben am Sonntagabend in Hadera zwei Grenzpolizisten erschossen. Die israelischen Araber eröffneten das Feuer auf eine Gruppe an einer Bushaltestelle in der nordisraelischen Küstenstadt. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen, fünf von ihnen wurden am Montagmorgen noch im Hillel-Jaffe-Krankenhaus behandelt. Einer sei sehr schwer verwundet, teilten die Ärzte mit. Die Attentäter starben bei einem Schusswechsel.

Wie ein Video zeigt, hatten die beiden Terroristen gewartet, bis ein Bus kam. Als Passagiere ausstiegen, begannen sie zu schießen.

Bei den Todesopfern handelt es sich um zwei 19-Jährige: Jesen Falah stammte aus der drusischen Ortschaft Kisra-Sumei im Norden Israels. Er war seit einem Jahr beim Grenzzschutz und hinterlässt seine Eltern, einen Bruder sowie eine Schwester. Schirel Abukarat aus Netanja hatte ihren Dienst vor einem halben Jahr angetreten. Sie hinterlässt ihre Eltern und einen Bruder, berichtet die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“.

Kommandeur würdigt Opfer als „Helden“

In der Nähe des Anschlagsortes saßen Grenzpolizsten einer anderen Einheit in einem Restaurant, als sich der Anschlag ereignete. Sie erschossen die Attentäter. Der Kommandeur des Grenzschutzes, Amir Cohen, bezeichnete die Opfer als „Helden“: „Die beiden haben mit ihrem Körper Bürger beschützt und dadurch viele Menschenleben gerettet. Ein Kämpfer und eine Kämpferin, beide jung, mit hoher Motivation, die ihr Leben für die Sicherheit des Staates Israel gegeben haben.“

Die Attentäter kamen aus der arabischen Stadt Umm el-Fahm in Zentralisrael und waren Cousins. Dort gab es in der Nacht mehrere Festnahmen. Über die Ermittlungen wurde eine Nachrichtensperre verhängt. Nach Aussage des Sicherheitsapparates gehörten die Terroristen dem internationalen Netzwerk „Islamischer Staat“ (IS) an oder waren zumindest Sympathisanten.

Palästinensische Terrorgruppen reagieren erfreut

Der IS bekannte sich per Telegram zu dem Anschlag. Palästinensische Terrorgruppen lobten ihn – und fanden auch jeweils ein Motiv. Dawud Schihab vom „Islamischen Dschihad“ äußerte, das Attentat sei eine Reaktion des palästinensischen Volkes und der Freiheitskämpfer in der arabischen Nation auf den Bosheitsgipfel, an dem arabische Außenminister teilnehmen. Er sprach mit dem Sender „Al-Miadin“, der der Hisbollah-Miliz im Libanon nahe steht.

Schihab bezog sich mit seiner Äußerung auf das Gipfeltreffen im Negev, das am Sonntag begann. Dort sind neben Israel und den USA die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und Ägypten vertreten.

Die radikal-islamische Hamas bekundete ihre Glückwünsche „zu der heldenhaften Aktion in Hadera“. Diese sei eine „natürliche und legitime Reaktion auf die Verbrechen der Besatzung gegen das palästinensische Volk und seine heiligen Stätten“.

Der israelische Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) informierte auf dem Gipfel seine Amtskollegen über den Anschlag. Diese verurteilten ihn. Lapid betonte: „Der furchtbare Terroranschlag heute Abend ist ein Versuch brutaler Extremisten, Furcht zu verbreiten und das hiesige Lebensgefüge zu beschädigen. Der Staat Israel wird kompromisslos gegen Terror kämpfen. Wir werden entschieden mit unseren Verbündeten jedem entgegenstehen, der versucht, uns zu schaden.“

Mansur Abbas: Böse Wurzel aus der arabischen Gesellschaft entfernen

Der Knessetabgeordnete Mansur Abbas, der mit seiner Ra’am-Partei zur Koalition gehört, appellierte an die arabische Gesellschaft. Sie müsse „die böse Wurzel aus ihrer Mitte entfernen“, zitiert ihn die Zeitung „Ha’aretz“. „Es handelt sich um verabscheuungswürdigen IS-Terror, der nicht die arabische Gesellschaft in Israel repräsentiert. Sie strebt nach einem Leben in Würde im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit.“

Die Polizei erhöhte landesweit die Alarmbereitschaft, sie steht nun auf der höchsten Stufe. Bereits seit mehreren Tagen warnen Sicherheitskräfte vor möglichen Anschlägen im muslimischen Fastenmonat Ramadan. Dieser beginnt am 2. April. Bereits am Dienstag hatte ein IS-Sympathisant in Be’er Scheva vier Israelis ermordet. (Israelnetz)