Der traditionelle Neujahrsempfang des israelischen Staatsoberhauptes zum Jahreswechsel 2020/2021 mit Kirchenvertretern wurde online durchgeführt. Anwesend neben Präsident Reuven Rivlin waren lediglich der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem Theophilos III. und Israels Innenminister Arjeh Deri. Für Rivlin war dies der letzte Neujahrsempfang mit Kirchenleitern als Staatspräsident, da er im Juli 2021 regulär aus dem Amt scheidet.

Beim Online-Neujahrsempfang von Israels Staatspräsident Reuven Rivlin (Mitte) mit Israels Innenminister Arjeh Deri (links) und dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem Theophilos III. am 30. Dezember 2020. Foto:  GPO/Mark Neiman

 

„Dies ist das letzte Mal, dass ich das Privileg habe, Ihnen und Ihren Gemeinden als Präsident des Staates Israel meinen Neujahrssegen zu übermitteln. Ich wünschte, ich könnte dies persönlich tun, in einer feierlichen Sitzung. Leider ist das aufgrund von Corona, das keinen Unterschied zwischen Ländern, Völkern und Religionen kennt, nicht möglich“, sagte Rivlin zu Beginn der Online-Veranstaltung am 30. Dezember 2020 in der Residenz des israelischen Staatspräsidenten in Jerusalem.

„Trotz der physischen Entfernung bin ich zutiefst dankbar für die engen Beziehungen, die wir aufgebaut haben. Ich danke Ihnen für Ihre Zusammenarbeit und Freundschaft. Der Staat Israel wird immer der Religionsfreiheit verpflichtet bleiben und wird immer stolz auf die starken christlichen Gemeinden im Heiligen Land sein“, fügte der Staatspräsident hinzu.

Israel und Jerusalem: „Heimat aller Religionen“

Innenminister Arjeh Deri sagte unter anderem: „Neben dieser schwierigen Zeit haben wir einen weltweiten Friedensprozess mit dem Staat Israel erlebt, zu dem auch die Abraham-Abkommen (mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain) gehören. Dies ist ein willkommener Friedensprozess auf der ganzen Welt, der uns vor Blut und Tränen, Waisen und Witwen bewahrt. Frieden ist wunderbar! Und Sie, religiöse Führer, haben die Fähigkeit, ihn zu bewahren und an weitere Orte zu bringen. Der Staat Israel und Jerusalem werden die Heimat aller Religionen sein, und jede wird ihren Platz haben, um ihre Rituale abzuhalten, ihre Traditionen und ihren Ort des Gebets zu bewahren, ihr historisches Gedächtnis zu stärken und zu ihrem Gott in Freiheit, Gemeinschaft und Gleichheit zu beten, was uns alle zusammenbringen wird.”

Unterstützung des multi-religiösen Charakters Jerusalems

Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem Theophilos III. sprach Rivlin einen besonderen Dank aus: „Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um Ihnen, Herr Präsident, unsere Dankbarkeit für Ihre unerschütterliche Unterstützung des multi-ethnischen, multi-kulturellen und multi-religiösen Charakters Jerusalems und des Heiligen Landes auszudrücken. Wir haben die persönliche Anteilnahme, die Sie uns gezeigt haben, indem Sie mit jedem der Kirchenoberhäupter während dieser Pandemie einzeln gesprochen haben, sehr geschätzt. Wir möchten Ihnen, Herr Präsident, unsere Grüße und besten Wünsche für diese Feiertage übermitteln, in der die abrahamitischen Glaubenstraditionen Feste des Lichts und des Lebens feiern.”

Reuven Rivlin

Reuven Rivlin, geboren am 9. Septem­ber 1939 (jetzt also 81 Jahre alt), wurde im Juli 2014 als Nachfolger von Schimon Pe­res zum zehnten Staatspräsidenten Israels gewählt. Seine Amtszeit endet re­gulär nach sieben Jahren im Juli 2021, eine Wiederwahl ist nach israelischem Gesetz nicht mög­lich.

Der Likud-Politiker spricht fließend arabisch und war von 2001 bis 2006 Minister für Kommunikation und von 2009 bis 2013 Sprecher des israelischen Parlaments, der Knesset. Rivlin ist Vegetarier, hat vier Kinder und ist seit dem Tod seiner Ehefrau Nechama im Juni 2019 Witwer. (Pressesprecher des israelischen Staatspräsidenten/Redaktion)