November und Dezember sind für viele Menschen keine guten Monate. Die Dunkelheit macht so manchem zu schaffen, dazu kommen Kälte und Regen. Sensible Menschen bedrückt das. Natürlich ist es kein Zufall, dass bekannte Feste in dieser dunklen Zeit liegen: das Weihnachtsfest der Christen und das Chanukka-Fest der Juden.
Von Dr. Tobias Krämer
Beide, Weihnachten und Chanukka, sind Lichterfeste und in der dunkelsten Zeit des Jahres gut platziert. Lux lucet in tenebris – das Licht scheint in der Finsternis (Johannes 1,5). Natürlich dort, wo sonst?
Vor kurzem haben wir ein CSI live Webinar zum Thema Chanukka abgehalten. Das Ehepaar Grünwald aus Israel – gläubige Juden – hat uns auf wunderbare Weise in dieses Fest eingeführt. Der Kern: Obwohl bei der Neueinweihung des Tempels 164 vor Christus nur für einen Tag geweihtes Öl vorhanden war, brannte der Leuchter ganze acht Tage, bis neues Öl hergestellt werden konnte. Ein Wunder Gottes! Das Licht leuchtet in der Finsternis – so war das damals. So kann es aber auch heute sein, denn jeder Mensch hat die Möglichkeit, anderen zum Licht zu werden. Mit dieser Botschaft schlossen die beiden ihren Vortrag ab.
Danach kam ein Beitrag von unserer CSI-Mitarbeiterin Dina D’Monte. Dinas Mann ist Pastor, sie haben zwei Kinder und feiern schon seit Jahren jüdische Feste. Dina knüpfte am Lichtwunder von Chanukka an und verband es mit dem Weihnachtswunder. Dieses bestand darin, dass Jesus geboren wurde – Jesus, das Licht der Welt (Johannes 8,12). Auch das: ein Wunder Gottes! Wir alle haben die Möglichkeit, so Dinas Punkt, Jesu Licht aufzunehmen und so selbst zum Licht zu werden.
Beide Beiträge endeten mit einer ähnlichen Botschaft, die ihre Wurzeln in Jesaja 60,1 hat: „Mache dich auf, werde Licht.“ Zwei Juden und eine Christin, derselbe Herzschlag, dieselbe Blickrichtung, unabgesprochen und von Herzen – das hat mich bewegt.
Eines ist hier wichtig: Licht können wir nicht sein, wenn wir uns auf die Finsternis fokussieren und unser Denken um die Dunkelheiten dieser Welt kreisen lassen. Licht können wir nur sein, wenn wir uns auf eines konzentrieren: zu leuchten. „Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Matthäus 5,16). So geht’s. Und natürlich scheint das Licht dort, wo es gebraucht wird: in der Finsternis. Wo sonst?
In diesem Sinn: Frohe Festtage!