In der Nacht von Karfreitag auf Ostersamstag kam es zu einer Explosion vor dem Israelzentrum in Nijkerk, Niederlande. Das Zentrum ist Sitz der internationalen Hilfsorganisation „Christians for Israel“ (C4I), dem Dachverband von Christen an der Seite Israels e.V. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Von Anemone Rüger
Die Explosion, die sich am 3. April kurz vor Mitternacht am Tor des kürzlich errichteten Sicherheitszaunes um das Israelzentrum ereignete, war weithin zu hören. Es entstand Sachschaden. Von den Mitarbeitern des Zentrums wurde niemand verletzt.
In der jüngeren Vergangenheit wurde das Israelzentrum mehrfach von anti-israelischen Gruppierungen angegriffen. Ende November 2024 entstand erheblicher Sachschaden, als das Zentrum Opfer eines großangelegten Farbanschlags wurde, federführend verübt von Aktivisten der Bewegung „Extinction Rebellion“. Zahlreiche Demonstrationen und kleinere Übergriffsversuche haben seither zu einer erheblichen Ausweitung der Sicherheitsvorkehrungen am Gebäude geführt. Vor diesem Hintergrund wird von einem zielgerichteten Anschlag auf den Sitz der Organisation ausgegangen. Nach ersten polizeilichen Ermittlungen wird eine schwarz gekleidete Person gesucht, die den Sprengsatz kurz vor der Detonation am Tatort platzierte.
Der mutmaßliche Anschlag reiht sich in ein besorgniserregendes Muster zunehmender Angriffe auf jüdische und pro-israelische Ziele in den Niederlanden und Belgien ein. Mitte März kam es in kurzer Abfolge zu einer Explosion vor einer Synagoge im belgischen Liège (Lüttich), dann zu einem Brandanschlag auf eine Synagoge in Rotterdam und kurz danach zu einer Explosion an einer jüdischen Schule in Amsterdam.
„Wir lassen uns nicht beirren – wir setzen unsere Arbeit fort“, erklärt C4I-Sprecherin Sara van Oordt. „Wir haben eine biblische Botschaft von Gottes Treue zu seinem Volk, und wir engagieren uns gegen Antisemitismus. In einer freien Gesellschaft darf es Meinungsverschiedenheiten geben, aber das darf niemals eine Entschuldigung für Gewalt sein. Dies ist eine Grenze, die nicht überschritten werden darf.“