Israels treue Freunde im Pazifik – Fidschi eröffnet Botschaft in Jerusalem

Israels treue Freunde im Pazifik – Fidschi eröffnet Botschaft in Jerusalem

Der fidschianische Regierungschef Sitiveni Ligamamada Rabuka mit Israels Premier Benjamin Netanjahu bei der Eröffnung der Botschaft Fidschis in Jerusalem. Foto: GPO

Dass sie einmal als Kandidatin einer Partei im landesweiten Wahlkampf antreten würde, hätte sich Ana Rokomokoti-Jordan nie träumen lassen. Und doch tat sie genau das: aus einer tiefen Überzeugung heraus, dass ihr Land Fidschi für Israel und seine ewige und ungeteilte Hauptstadt eintreten müsse. Hier berichtet sie von ihrem Wahlkampf und einem bemerkenswerten Erfolg auf den Fidschi-Inseln.

Von Ana Rokomokoti-Jordan, Christen an der Seite Israels Fidschi

„Ohne Vision geht ein Volk zugrunde.“ Sprüche 29,18

Wie jedes andere iTaukei-Kind wuchs ich in einem ganz normalen iTaukei-christlichen Umfeld auf. (Anmerkung der Redaktion: iTaukei bezeichnet die indigene Bevölkerung Fidschis.) Ich lernte Jesus Christus kennen, indem ich das Wort Gottes hörte, das in einer methodistischen Kirche irgendwo in Sigatoka gepredigt wurde. Schon früh nahm ich Jesus Christus von Nazareth, den König der Juden, als meinen Herrn und Erlöser an. Ich hatte beständig vor Augen, dass er als solcher gekreuzigt wurde. Ich glaubte von Anfang an, dass die Juden ein besonderes Volk und Gottes Augapfel sind. Und dass Jerusalem die Stadt des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs war, ist und bleibt.

Prägende Liebe in der Familie

Schnellvorlauf ins Jahr 1999: Während ich als Soldatin der UN-Friedenstruppen mit dem fidschianischen Bataillon im Nahen Osten stationiert war, besuchte mich meine geliebte Mutter Georgina Viola Rokomokoti. Sie wollte zum Laubhüttenfest in Israel sein. Ich begleitete sie auf einem Teil ihrer Reise durch Israel und Ägypten. Während dieser Zeit erzählte sie mir, warum Israel so wichtig ist.

Meine Mutter, die nun beim Herrn ist, liebte Israel und ermutigte unsere Familie immer, für den Frieden Jerusalems zu beten, Israel zu lieben, zu ihm zu stehen und die Juden für immer zu segnen. Während unserer gemeinsamen Reise durch Israel beobachtete ich im Stillen ihre leidenschaftliche Haltung gegenüber diesem Land und seinem Volk, den Juden. Ich vermute, dass sich dadurch eine tiefe Liebe zu Jerusalem, Israel und den Juden in meiner Seele festgesetzt hat, die jedoch jahrelang verborgen blieb und sich erst in späteren Lebensjahren offenbarte.

Als Neuling in die Politik

Im Jahr 2022 fanden auf Fidschi nationale Wahlen statt. Aus tiefer Überzeugung heraus entschloss ich mich zur Kandidatur. Ich trat der politischen Partei SODELPA (Social Democratic Liberal Party, im Folgenden „die Partei“ genannt) bei. Die SODELPA vertritt eine aufgeschlossene und grundsätzlich positive Haltung gegenüber Israel.

Eines meiner obersten Ziele war es, mich dafür einzusetzen, dass Fidschi Israel unterstützt, indem es sich bei der Generalversammlung und im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen für Israel einsetzt und – ebenso wichtig – Jerusalem offiziell als die ewige und ungeteilte Hauptstadt des jüdischen Staates Israel an-erkennt. Mir ist sehr klar, dass Gott jeden Menschen für eine Aufgabe auswählen und gebrauchen kann, wenn er ihn für geeignet hält. Dennoch möchte ich einen kleinen Einblick in den tatsächlichen Verlauf des nationalen Wahlkampfs geben.

Ich muss sagen, dass ich mir nie im Leben hätte vorstellen können, dass ich einmal bei einer nationalen Wahl kandidieren würde. Ich bewundere Politiker und habe meine Gründe dafür, aber ich hätte mich selbst nie als Politikerin gesehen. Aber nun wachte ich an einem besonderen Morgen im Jahr 2022 auf und verkündete meinem Mann den Wunsch, bei den nationalen Wahlen zu kandidieren. Er war völlig perplex. Das passte so gar nicht zu mir. Raphael hat mich immer dabei unterstützt, meine Träume und Ziele zu verfolgen. Auch in diesem Moment riet er mir wie immer, zu beten, Gottes Willen zu suchen und Gott zu vertrauen, wohin auch immer er mich führen würde.

Ana Rokomokoti-Jordan (r.) und Vertreter des fidschianischen Teams von Christians for Israel zu Besuch bei Fidschis Präsident Rabuka. Foto: privat

Genau das tat ich. Ich betete und begriff es tatsächlich als Auftrag, bei den nationalen Wahlen zu kandidieren. Ich war ein absoluter Neuling in der nationalen Politik. Ich hatte keinerlei Erfahrung. Aber ich hatte diese sehr starke Überzeugung in Bezug auf Jerusalem, auf Israel und auf die Notwendigkeit, dass Fidschi seine Unterstützung für Israel und die ewige und ungeteilte Hauptstadt des jüdischen Staates Israel bekunden muss.

Wahlkampf auf den abgelegensten Inseln

Ich nahm unbezahlten Urlaub von meiner Arbeit. Ich reiste in meine Provinz Bua im Norden Fidschis. Diese Region wurde mir von der Partei zugewiesen. Ich war weit weg von meiner Kernfamilie und konnte meine Aufgaben als Mutter nicht erfüllen. Ich musste eine Hypothek abbezahlen und hatte eine vorübergehende Aussetzung vereinbart, die mir die Bank Gott sei Dank gestattet hatte.

Ich verbrachte drei bis vier Monate mit einer intensiven Wahlkampftour, bei der ich unter anderem für Jerusalem und Israel wirksame Lobbyarbeit leistete. Die Wahlkampfreise war nicht einfach. Die meisten Orte lagen weit entfernt von städtischen Zentren. Das bedeutete lange, beschwerliche Fahrten auf staubigen und nachts unbeleuchteten Straßen sowie stundenlange Reisen mit dem Auto und in einfachen Booten.

Einmal versuchten wir, eine der abgelegenen Inseln zu erreichen. Wir verließen den Hafen auf dem Festland gegen zwölf Uhr mittags und erreichten die Insel Yadua nach zweieinhalbstündiger Überfahrt gegen 14:30 Uhr. Das Team und ich verbrachten zwei Stunden damit, Wahlkampf zu betreiben und mit den Dorfbewohnern über ihre Anliegen zu diskutieren. Wir verließen die Insel gegen 16:30 Uhr und erreichten den Hafen erst nach etwa vier Stunden, weil wir entgegen den Gezeiten unterwegs waren. Es war eine sehr dunkle, nasse und unruhige Fahrt. Durch Gottes Gnade kamen wir sicher zurück.

Nicht verhandelbar: eine Botschaft in Jerusalem

Als Höhepunkt meiner Kampagne kehrte ich nach Suva zurück und veranstaltete dort ein Gebetsfrühstück für die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels. Die christlichen Unterstützer kamen in großer Zahl. Es war sehr bewegend, die Unterstützung durch die einfache Bevölkerung Fidschis zu sehen. Ihr Glaube war äußerst inspirierend. Bei dieser Veranstaltung wurde die Zusage gemacht, dass Fidschi mit seiner Botschaft nach Jerusalem ziehen werde, sollte die Partei die Regierung übernehmen.

Ich habe es zwar nicht ins Parlament geschafft, aber die Partei wurde zum „Königsmacher“ bei der Regierungsbildung. In ihren Verhandlungen machte die Partei das Thema „Jerusalem“ zu einer nicht verhandelbaren Bedingung. Der konsequente Vorstoß kam vom Parteivorsitzenden Bill Gavoka, der heute stellvertretender Premierminister in der neuen Regierung ist.

Die Partei trat am Abend des Weihnachtstages 2022 der Koalitionsregierung bei. Fidschi feierte die Wahl eines neuen Premierministers, Sitiveni Rabuka. Fidschi war überglücklich. Ich persönlich war sehr aufgeregt, da meine Vision zu diesem Zeitpunkt zum Greifen nah war. Unter der Führung von Premierminister Rabuka gab das fidschianische Kabinett seine Zustimmung und Fidschi richtete im September 2025 eine Botschaft in Jerusalem ein.

Im Oktober 2025 besuchte ich zusammen mit Schwester Salote und Bruder Lepani die fidschianische Botschaft in Jerusalem. Ein Traum wurde wahr. Mission erfüllt. Es brauchte einen mutigen und entschlossenen Führer wie Sitiveni Rabuka, um diese Vision zu verwirklichen.

Im Rahmen eines internationalen Treffens von Christians for Israel in Jerusalem im Oktober 2025 stattete das Team aus Fidschi der neu eröffneten Botschaft einen Besuch ab. Foto: privat

Ich selbst bin dankbar für die Unterstützung so vieler Menschen, die mich durch meinen Wahlkampf getragen hat. Ich danke insbesondere meinem Ehemann Raphael dafür, dass er mir eine große Stütze war. Und ich möchte besonders Bruder Lepani und Schwester Salote Makubuna für ihre immense Unterstützung erwähnen. Vor allem aber danke ich Gott für seine Gnade und dafür, dass er uns dazu befähigt hat, seinen Willen zu tun.

Hintergrund

Die Organisation Christians for Israel (C4I) mit Hauptsitz in den Niederlanden hat neben den Fidschi-Inseln Niederlassungen in mehr als 30 Ländern. Christen an der Seite Israels (CSI) ist der deutsche Zweig. Die Republik Fidschi pflegt seit 1970 enge Beziehungen zu Israel. Neben dem Inselstaat im Südpazifik haben bisher sieben Länder ihre Botschaften in der israelischen Hauptstadt Jerusalem: die USA, Guatemala, Honduras, der Kosovo, Papua-Neuguinea und Paraguay. (Redaktion)

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 144. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.

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