Kolumne: Auf ein Wort – Worum geht es im Gaza-Krieg?

Kolumne: Auf ein Wort – Worum geht es im Gaza-Krieg?

Dr. Tobias Krämer leitet den Bereich Theologie und Gemeinde bei Christen an der Seite Israels. Foto: CSI

Europäer verstehen oft nicht, worum es im Gaza-Krieg tatsächlich geht: um die Existenz Israels. Wir verstehen das nicht, weil bei uns niemand so denkt, wie Terroristen denken. Niemand im Westen will eine Nachbarnation angreifen, sein Staatsgebiet vergrößern, Menschen abschlachten oder ein ganzes Volk töten. Das unterscheidet uns von anderen Teilen der Welt.

Von Dr. Tobias Krämer

Radikale Kräfte wie die Hamas, die Hisbollah und das Regime des Iran denken grundlegend anders. Sie wollen Israel von der Landkarte verschwinden sehen. Das zeigen ihre Schulbücher, wo Israel auf Landkarten bereits entfernt ist. Das zeigt der grausame Massenmord am 7. Oktober 2023. Das zeigen öffentliche Aussagen. Für solche Leute ist die Existenz Israels ein Fehler der Geschichte. Und Fehler korrigiert man, durchaus mit Gewalt und ohne Hemmungen.

Deutschland hat sich richtig positioniert. Seit Angela Merkel ist Israels Sicherheit für uns „Staatsräson“. Damit stellen wir uns öffentlich gegen alle Vernichtungspläne und offensiv an die Seite Israels. Gut so! Nun müssen diesem großen Wort auch Taten folgen. Die vermisst man in der Tagespolitik oft schmerzlich und so werden wir nicht müde, sie von der Politik einzufordern. Das werden wir auch weiterhin tun und darin nicht nachlassen.

Auf der anderen Seite muss man wissen, dass Politik nie eindimensional ist. Gute Politiker haben immer das große Ganze im Blick – und das ist komplex. Es geht einem Spitzenpolitiker also nie ausschließlich um Israel. Es geht auch um die Beziehungen zu anderen Ländern, um Kooperationen im internationalen Kontext, um die eigene Nation und um unterschiedliche Interessengruppen. Das führt oft zu Kompromissen, die keiner richtig gut findet. Aber so funktioniert Politik nun einmal. Ein Stück weit, so meine ich, muss man das verstehen.

Wovor sich unsere Politiker aber hüten sollten, ist Feigheit. Feigheit ist der sichere Weg, im Nahen Osten den Kürzeren zu ziehen. Das mag zunächst harmlos klingen, ist es aber nicht. Denn hier steht nichts Geringeres auf dem Spiel als die Existenz Israels. Halten wir uns das immer wieder vor Augen.

Chazak u‘varuch – seien Sie stark und gesegnet!

Ihr Tobias Krämer

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 139. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.

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