Kommentar: Gaza in der Bibel – Am Ende bleibt Hoffnung

Kommentar: Gaza in der Bibel – Am Ende bleibt Hoffnung

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Gaza-Stadt im Jahr 2007. Foto: OneArmedMan | Wikipedia | Public Domain

Gaza ist in der Bibel gewiss kein Hauptthema. Und doch kommt diese Stadt beziehungsweise dieser Landstrich (‚Gaza-Streifen‘) immer wieder vor. Grund genug, sich einige dieser Stellen einmal genauer anzusehen.

Von Dr. Tobias Krämer

Gaza liegt am Mittelmeer, an der Grenze zu Ägypten, und war, neben Aschkelon, Aschdod, Ekron und Gat, eine der bedeutendsten Städte der Philister (Josua 13,3). Die Philister waren vermutlich ein Seefahrervolk, das um 1200 vor Christus nach Kanaan gekommen war. Sie hatten sich an der Mittelmeerküste niedergelassen und wurden für Jahrhunderte zu einem der beständigen Feinde Israels.

Ein bekanntes Beispiel für die Philister-Konflikte ist Simson. Das ‚Finale‘ seiner Geschichte spielt in Gaza (Richter 16). Stellenweise gerät Gaza in den Blick der Propheten und wird mit Ankündigungen von Unheil und Gericht bedacht. So droht Gott in Amos 1,7: „Ich will Feuer in die Mauern von Gaza schicken, das soll seine Paläste verzehren.“ Und im Folgevers kündigt Gott Gericht über weitere Philister-Städte, ja über das ganze Volk der Philister an: „Und ich will die Einwohner aus Aschdod und den, der das Zepter hält, aus Aschkelon ausrotten und meine Hand gegen Ekron wenden, und es soll umkommen, was von den Philistern noch übrig ist, spricht Gott der Herr.“ (Amos 1,8; vergleiche auch Jeremia 47,1-7; Zephanja 2,4; Sacharja 9,5+6)

Drastische Worte. Der Prophet Sacharja bleibt jedoch an dieser Stelle nicht stehen. Ihm zeigt Gott, dass er auch für die Philister beziehungsweise die Bewohner von Gaza eine Heilsperspektive hat. Sacharja 9,7 sagt: „Und ich will das Blut aus ihrem Munde wegnehmen und ihre Gräuel zwischen ihren Zähnen, dass auch sie unserm Gott übrigbleiben und wie ein Verwandter für Juda werden und Ekron wie die Jebusiter.“

Gute Freunde Israels?

Diese Stelle kann unterschiedlich ausgelegt werden. Das „Blut in ihrem Mund“ lässt an die alttestamentlichen Speisegebote denken: Auch die Philister werden sie halten, weil sie Teil des Volkes Israel werden. Beim „Gräuel zwischen ihren Zähnen“ kann man an Götzenopfer denken, die die Philister nicht mehr essen werden – aus demselben Grund. Es könnte sich aber auch um ein Bild für die reißend-kriegerische Feindschaft Israel gegenüber handeln: Die ‚Bestie‘ der Philister wird nicht mehr ‚jüdisches Fleisch fressen‘ (vergleiche Daniel 7; Offenbarung 13+17).

Wie auch immer, der Sachverhalt ist klar. Auch von den Philistern wird es einen ‚Überrest‘ geben, der Gott (dem Gott Israels!) dienen wird. Die Menschen aus Gaza und anderen Philister-Städten werden „wie ein Verwandter“ für Juda werden, also gute Freunde Israels. Ekron wird sogar „wie die Jebusiter“ werden, ein heidnischer Stamm, der in Israel integriert wurde (vergleiche 2. Samuel 24,18-25). Am Ende wird Zephanja 3,9 auch für Gaza gelten. Dort sagt Gott: „Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des Herrn Namen anrufen und ihm einträchtig dienen.“

Wenn man heute auf Gaza schaut, das von der Hamas verseucht ist, sieht man das genaue Gegenteil: Israelfeindschaft ohne Ende. Umso wichtiger ist es, Gottes Heilsperspektive im Blick zu behalten. Gaza wird nicht bleiben, was es ist. Es wird in den Frieden finden. In den Frieden mit Israel und in den Frieden mit Gott. Von daher sollten wir die Hoffnung nie aufgeben.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 142. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.

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