Modernes Purim: Sieben Wunder im Zwölf-Tage-Krieg zwischen Israel und Iran

Modernes Purim: Sieben Wunder im Zwölf-Tage-Krieg zwischen Israel und Iran

Zerstörte Häuser
In der Stadt Rischon LeZion schlug eine iranische Rakete in einem Wohngebiet ein. Dennoch erlebte Israel während des Zwölf-Tage-Krieges einige Wunder. Foto: Yossi Aloni | Flash90

In der Nacht vom 12. auf den 13. Juni 2025 begann mit dem Angriff israelischer Kampfjets und Spezialeinheiten auf das Atomprogramm und die Raketenabwehr des iranischen Regimes der Zwölf-Tage-Krieg. Die namentliche Anlehnung an den Sechs-Tage-Krieg kommt nicht von ungefähr.

Eine kommentierende Analyse von Josias Terschüren

Im biblischen Buch Esther lesen wir von einem Komplott des Vorzeige-Antisemiten Haman zur Auslöschung des jüdischen Volkes. Der Amalekiter legte als zweiter Mann im Staat einen Tag fest, an dem im gesamten persischen Reich, damals eine Weltmacht, alle Juden umgebracht werden sollten. Kurz vor besagtem Tag wurde der König der Perser, Ahasveros, daran erinnert, dass ihm der Jude Mordechai zuvor mit geheimdienstlichen Informationen das Leben gerettet hatte. Er erhob Mordechai und demütigte Haman. Doch damit nicht genug: Die jüdische Königin Esther, die ihre Herkunft nicht preisgegeben hatte, deckte Hamans Komplott gegen ihr Volk auf und erwirkte beim König sein Todesurteil. Nach neuerlichem Dekret des Königs durften Juden allerorten am Tag ihrer geplanten Vernichtung ihr Leben verteidigen und ihre Feinde überwinden.

Auch das iranische Regime hatte einen Tag zur Vernichtung der Juden festgelegt. In Teheran errichtete es sogar eine große Digitaluhr auf dem Palästina-Platz mit einem Countdown zur Zerstörung Israels. Nach einer Prophezeiung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei soll es im Jahr 2040 kein Israel mehr geben. Zehn Jahre nach dieser Ansage jagte eine israelische Rakete die Uhr in die Luft. Der Countdown zum atomaren Holocaust ist seither vorerst angehalten. Wie sagten einst Hamans Frau und Freunde zu ihm? „Ist Mordechai, vor dem du zu fallen begonnen hast, vom Geschlecht der Juden, so vermagst du nichts gegen ihn, sondern du wirst vor ihm vollends zu Fall kommen.“ (Esther 6, 13)

Sieben Wunder des Israel-Iran-Krieges 2025

Der Israel-Iran-Krieg hat die Welt erschüttert – nicht nur wegen seiner Wucht, sondern auch wegen der unglaublichen Entwicklungen, die Experten und Beobachter gleichermaßen in Staunen versetzten. Im Zentrum der folgenden Betrachtungen stehen sieben „Wunder“, die sich während des Zwölf-Tage-Kriegs ereignet haben. Sie markieren Wendepunkte, die den Verlauf des Krieges zugunsten Israels beeinflusst und weltweite politische Dynamiken verändert haben. Konkret geht es um diese sieben bemerkenswerten Begebenheiten:

1. Dass der Krieg überhaupt angefangen hat

Israel verfolgt das iranische Atomprogramm bereits seit Jahrzehnten mit Argwohn und bekämpft es mit geheimdienstlichen, militärischen, politischen und diplomatischen Mitteln. Berichten zufolge befahl Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bereits 2010 und 2011 die militärische Ausschaltung der iranischen Atomanlagen, wurde jedoch von den israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) und eigenen Ministern abgehalten. 2012 wurden seine Pläne durch bewusste Enthüllungen seitens der US-Administration unter Präsident Barack Obama vereitelt.

Nach jahrelangen Spannungen zwischen Israel und dem Iran, insbesondere durch die atomare Aufrüstung Teherans, Stellvertreter-Angriffe durch Hamas, Hisbollah und Huthis sowie militärische Konfrontationen in Syrien, überschlugen sich schließlich die Ereignisse im Nachgang des 7. Oktober 2023. Im April und Oktober 2024 hatte jeweils der Iran mit ballistischen Raketen angegriffen und Israel auf Druck der US-Administration unter Präsident Joe Biden lediglich mit begrenzten Gegenschlägen auf nicht-nukleare Ziele reagiert. Im Oktober-Gegenschlag wurde allerdings mit der gezielten Ausschaltung iranischer Radaranlagen die Flugabwehr entscheidend geschwächt.

Mit der zweiten Präsidentschaft Donald Trumps gelangte im Januar 2025 ein US-Präsident ins Weiße Haus, der ähnlich wie damals Ahasveros die Juden ermächtigte, sich zu verteidigen. Erstmalig konnten sie sich ihren Feinden ungehindert entgegenstellen. Im jahrzehntelangen Existenzkampf des jüdischen Staates gegen die Auslöschungsphantasien der Ayatollahs kam es zum Showdown. Am 13. Juni 2025 begann der offene Krieg mit dem Iran ähnlich wie der Sechs-Tage-Krieg – mit einem Überraschungsangriff der Israelis.

2. Wie er angefangen hat – ein absoluter Überraschungsschlag

Was die Weltöffentlichkeit erst später erfuhr: Der eigentliche Kriegsbeginn der Operation „Rising Lion“ (erwachender Löwe) wurde von einem hochkomplexen Zusammenwirken von Spezialeinheiten, Mossad-Agenten und einem israelischen Drohnen-Angriff eingeleitet. Ähnlich wie die Ukraine in ihrem Schlag gegen die russische Flotte strategischer Bomber setzte auch Israel eigens im Iran produzierte Drohnenschwärme ein. Sie machten von ihren Verstecken in der Nähe militärischer Basen aus Flugabwehrstellungen und Raketenabschussrampen unschädlich und vereitelten so direkte Gegenschläge der Iraner. Zeitgleich schalteten israelische Agenten auf iranischem Boden weitere Flugabwehrstellungen mit konventionellen Angriffen aus. Die Folge: Eine erste Angriffswelle von 200 israelischen Kampfjets konnte nahezu ungehindert Ziele im Iran anfliegen.

3. Ausschaltung militärischer und wissenschaftlicher Elite

Ein aufsehenerregender Erfolg des Krieges war die präzise Ausschaltung der iranischen militärischen Führung durch die Operation „Rote Hochzeit“, ein Verweis auf eine Szene in der Serie Game of Thrones, in dem einige der Serien-Helden in kurzer Sequenz zu Tode kommen. Die höchstrangigen Militärs und Offiziere der Revolutionsgarden starben innerhalb weniger Minuten während der Eröffnungsoffensive.

Zeitgleich schaltete Israel in der Operation „Narnia“ neun Top-Atomwissenschaftler in Teheran aus. Israel hatte außerdem die geheimen Kommunikationskanäle der Revolutionsgarden und Militärs infiltriert und eigens eine Notfallkonferenz der iranischen Luftwaffe zur Vorbereitung eines Gegenschlags gegen den zionistischen Feind einberufen, nur um die versammelten Generäle mit einem gezielten Schlag gegen den Führungsbunker ausschalten zu können.

Die chirurgische Präzision dieser Schläge lähmte die militärische Koordination auf iranischer Seite entscheidend – der Führungsapparat des Mullah-Regimes war zerschlagen, bevor er überhaupt aktiv werden konnte. Das Regime war überrumpelt. Es brauchte beinahe zwölf Stunden für einen ersten nennenswerten Gegenschlag.

4. Keine Ausfälle der Kampfflugzeuge – ein technologisches Wunder

Bei der 40-jährigen Wüstenwanderung Israels im Exodus nutzten sich die Schuhe nicht ab, während der Operation „Rising Lion“ geschah dieses Wunder mit israelischen Kampfjets. Der ehemalige Knesset-Abgeordnete Dov Lipman teilte das Zeugnis eines Airforce-Technikers auf Facebook: Die israelischen Kampfjets, die bis zu 1500 Kilometer zum Einsatzgebiet zurückzulegen hatten, benötigten nach ihrer Rückkehr zu 70 Prozent keinerlei Wartung. Dabei waren die Bodencrews und Techniker von gewöhnlich auftretenden technischen Fehlern, Problemen, Abnutzung und sogar Ausfällen ausgegangen und in monatelanger Vorbereitung darauf eingestellt gewesen.

Doch nur 30 Prozent der Flieger benötigten überhaupt Routine-Wartung. Viele der Maschinen, die aus einem aktiven Kampfeinsatz kamen und bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht worden waren, kamen in einem tadellosen Zustand zurück. Sogar in einem derart perfekten Zustand, als ob sie gerade das erste Mal aus dem Hangar gerollt wären. Führende israelische Ingenieure und Kommandanten sprechen hier von einer „technologischen Unmöglichkeit”, es gäbe keine technische Erklärung.

Hinzu kommt ein weiteres großes Rätsel für Militäranalysten: Nicht ein einziges israelisches Kampfflugzeug wurde abgeschossen oder ging während der gesamten Operation verloren – trotz tausendfacher Einsätze tief im iranischen Luftraum.

5. Wenig israelische Todesopfer – das Wunder von Soroka

Obwohl der Iran israelische Städte massiv bombardierte – mit über 550 ballistischen Raketen und mehr als 1000 Kampfdrohnen – blieben die Opferzahlen auf israelischer Seite erstaunlich niedrig. Es waren 29 Tote und etwa 3300 Verletzte zu beklagen, davon rund 140 mit mittleren bis schweren Verwundungen. Die Abfangquote, die die Israelis dank modernster Systeme und Mithilfe von alliierten Kräften erreichten, betrug bei den Kampfdrohnen nahezu 100 Prozent, bei den ballistischen Raketen waren es etwa 86 Prozent. Die Abfang-Manöver sind kostspielig, insgesamt schossen Israelis und Amerikaner nur zur Verteidigung Abfangraketen im Wert von über einer Milliarde Euro ab. Dennoch gab es immer wieder Einschläge ballistischer Raketen in israelischen Populationszentren, die schwere Schäden verursachten.

Menschengruppe vor zerstörtem Krankenhaus
Premier Netanjahu besucht das Soroka-Krankenhaus in Be’er Scheva, das von einer Rakete getroffen worden war. Foto: Marc Israel Sellem | POOL

Ein Symbol für die wundersame Verschonung: Der Angriff auf das Soroka-Krankenhaus in Be’er Scheva. Eine Rakete schlug in ein Nebengebäude ein, das am Abend zuvor evakuiert worden war. Wäre sie nur 40 Meter weiter eingeschlagen, hätte sie Hunderte von Patienten und medizinisches Personal das Leben gekostet. Stattdessen: keine Toten, nur einige Dutzend Leichtverletzte durch Glassplitter. Viele sprechen seitdem vom „Wunder von Soroka”.

6. Unterstützung der Weltgemeinschaft – Israel nicht allein

Entgegen vielen Erwartungen und anderslautenden Erfahrungen seit dem 7. Oktober 2023 stellten sich Schlüsselnationen der Weltgemeinschaft überraschend schnell auf die Seite Israels. Kritik am israelischen Vorgehen gegen das iranische Atomprogramm war, verglichen mit der am Gazakrieg, ausgesprochen mild.

Noch am Tag vor dem Angriff hatte die internationale Atomenergiebehörde mitgeteilt, der Iran befinde sich in Übertretung seiner Verpflichtungen nach dem Atomwaffensperrvertrag. Deutschland, Frankreich und Großbritannien unterstützten Israels Recht auf Selbstverteidigung. Die Vereinten Nationen und auch die EU riefen zwar zur Deeskalation auf, doch eine diplomatische Isolation, wie sie sonst oft Israel traf, blieb diesmal aus.

7. Das Eingreifen der USA – als die Supermacht auftrat

In einem der entscheidenden Momente des Krieges schalteten sich die USA aktiv militärisch ein. Donald Trump gab am 22. Juni grünes Licht für die Operation „Mitternachtshammer“. Sechs B2-Tarnkappen-Bomber griffen mit insgesamt 14 GBU57-Bomben die tief unter der Erde befindlichen Atomanlagen in Natanz und Fordo an. Die GBU57 ist die größte konventionelle, bunkerbrechende Bombe der Welt, die von den USA extra für dieses Szenario entwickelt worden war.

Ein kleines Team von US-Militäranalysten hatte 15 Jahre lang jedes Detail über die Atomanlagen akribisch gesammelt und eingehend studiert: Lagepläne, Lüftungsschächte, Aushub der unterirdischen Anlagen, geologische Erkenntnisse, Satellitenbilder und so weiter, um die Pläne für diesen Angriff vorzubereiten. Auch US-U-Boote und bis zu 150 weitere Flugzeuge waren an dem Angriff beteiligt. Trumps Entscheidung war kein Selbstläufer, er ging damit geopolitische Risiken ein, musste sich innenpolitisch erklären und gegen Vorwürfe verteidigen – war er doch in den Präsidentschaftswahlen mit dem Versprechen angetreten, keine neuen Kriege zu beginnen.

Fazit: Menschliche Strategie und göttliche Wunder greifen ineinander

Wie im Kampf gegen Amalek zur Zeit Moses brauchte es auch diesmal beides: Vorbereitung, Technologie, militärische Planung und israelische Chuzpe auf der einen Seite und göttlichen Beistand von oben auf der anderen. Eins steht fest: Der israelisch-iranische Zwölf-Tage-Krieg wird als historischer Wendepunkt in die Geschichte eingehen. Israel hatte sich 20 Jahre lang auf diesen Krieg vorbereitet. Und dann kam dieser perfekt orchestrierte Angriff zur Ausschaltung des iranischen Atomprogramms und Mullah-Regimes.

Die Pläne seiner Feinde hat Israel vorerst vereitelt. Die Ziele der Operation „Rising Lion“ wurden erfüllt. Der Löwe ist aufgestanden. Er hat gebrüllt. Und wie! Wieder konnte man das Wirken der unsichtbaren Hand des Hüters Israels sehen. Israel hat in diesen Tagen nicht nur überlebt – es hat wieder einmal Geschichte geschrieben.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 142. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.

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