Ostern ist für Christen von grundlegender Bedeutung. Doch an Ostern geht es nicht nur darum, dass Jesus auferstanden ist. Der Punkt ist, was Ostern zu bedeuten hat, und darüber sagt die Bibel eine ganze Menge.
Von Dr. Tobias Krämer
Jesus ist, so der Apostel Paulus, der „Erstling“ aus den Toten (1. Korinther 15,20). Das heißt, er ist aus der gesamten Menschheit der Erste, der nicht am Tod gescheitert ist. Für Jesus ist der Tod nicht das Ende, denn er ist durch den Tod hindurchgebrochen in ein neues und ewiges Leben, in eine Existenz ohne Tod und Vergänglichkeit. Das zeigt sich an seiner Auferstehung – ein weltgeschichtlich einzigartiges Ereignis.
Die gute Botschaft lautet nun: Wer an Jesus glaubt, der wird dasselbe erleben (vgl. 1. Johannes 5,12). So verliert der Tod seinen Schrecken (1. Korinther 15,55). Er wird vom Endpunkt, der alles Leben zermalmt und wie ein Schwarzes Loch verschlingt, zum Durchgangspunkt zu Gott im Himmel. Ungläubige, die diese Perspektive nicht haben, werden deshalb als Menschen bezeichnet, die „keine Hoffnung haben“ (1. Thessalonicher 4,13).
Viele sehen den Tod heutzutage recht locker. Sie sagen: „Eines Tages sterbe ich und dann gibt es mich eben nicht mehr – bis dahin mache ich das Beste draus.“ Das kaufe ich den Menschen oft nicht ab. Man kann so etwas leicht sagen, wenn man gesund ist und in Saft und Kraft steht. Dann ist der Tod noch lange hin.
Gelassenheit oder Verdrängung?
Aber sein Leben hergeben, sich selbst aufgeben, seine Existenz verlieren und dann nicht mehr sein – das ist alles andere als einfach. Klar, man muss sich in dieses Schicksal fügen, denn es kommt ja auf jeden zu. Aber leicht ist das nicht und, ehrlich gesagt, es kann sich auch keiner vorstellen, nicht mehr zu sein. Das ist „nicht denkbar“. Ich vermute, dass es bei unseren Zeitgenossen anders läuft: Man verdrängt den Tod und schiebt ihn weit von sich weg. Er kommt zwar irgendwann, aber heute lebe ich. So denken wohl die meisten.
Was für eine Wohltat, wenn man eine andere Perspektive hat! Wenn man dem Tod voll ins Auge schauen kann, weil man weiß, dass er weder Macht über einen hat noch das Ende darstellt. Was für ein Privileg, wenn man das glauben und darauf vertrauen darf. Und was für eine Perspektive, dass sich hinter diesem Leben ein neues auftut, das frei ist von alldem, was uns hier zu schaffen macht. Das ist keine Vertröstung, das ist Trost – ein tiefer Frieden des Herzens. Denn wir kennen ja einen, der diesen Weg schon gegangen ist und uns abholt, wenn es so weit ist: Jesus, unser Herr und Retter. Deshalb von Herzen: Frohe Ostern!