Schüsse auf Bus in Jerusalem: Sechs Israelis bei Terroranschlag getötet

Schüsse auf Bus in Jerusalem: Sechs Israelis bei Terroranschlag getötet

Terror-Opfer
Von oben links: Levi Jizchak Pasch, Israel Mezner, Rabbi Josef David, Rabbi Mordechai Steinzag, Ja‘akov Pinto, Sarah Mendelson. Fotos: privat

Zwei Terroristen haben bei einem Schussangriff am Montagvormittag auf einen vollbesetzten Bus an einer Haltestelle in Jerusalem sechs Menschen getötet, 21 weitere wurden verletzt, sechs davon schwer. Vier der Opfer starben noch am Anschlagsort, die beiden anderen erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Der Terroranschlag ereignete sich an der Ramot-Kreuzung, etwa vier Kilometer nordwestlich der Altstadt. Um etwa Viertel nach zehn Uhr Ortszeit gingen die ersten Notrufe ein.

Angreifer aus Ramallah

Nach Angaben der Polizei näherten sich die Terroristen in einem Auto der Haltestelle, stiegen aus und begannen zu schießen. Ein anwesender Soldat außer Dienst und ein bewaffneter Zivilist erwiderten das Feuer und schalteten die Angreifer aus. Der Soldat ist ein Kommandeur in der neu gegründeten ultra-orthodoxen Hasmonäer-Brigade.

Die Täter stammen ersten Erkenntnissen zufolge aus zwei Dörfern bei Ramallah. Die Armee begann damit, dort mehrere Ortschaften zu umstellen. Offenbar kamen die Täter durch eine Öffnung im Sicherheitszaun.

Die Terror-Organisation Hamas lobte den Angriff als „heroische Tat“. Sie reklamierte den Angriff nicht für sich, rief Palästinenser im Westjordanland aber dazu auf, „die Konfrontation mit der Besatzung zu eskalieren“.

Herzog: Kampf gegen das absolut Böse

Der israelische Präsident Jizchak Herzog sprach von einem „schmerzvollen und schwierigen Morgen“. Der Anschlag „erinnert uns wieder daran, dass wir das absolut Böse bekämpfen. Die Welt muss verstehen, womit wir konfrontiert sind. Sie muss auch verinnerlichen, dass Terror uns nicht überwältigt und seine Ziele nicht erreicht“.

Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) erklärte zunächst, er halte mit Vertretern des Sicherheitsapparates eine Lagebewertung ab. Der Oberste Gerichtshof sagte indes ein für Montag geplantes Kreuzverhör im Rahmen des Korruptionsprozesses gegen Netanjahu wegen des Terroranschlags ab.

Am frühen Nachmittag besuchte Netanjahu dann den Anschlagsort. Er sagte, Israel befinde sich in einem heftigen Krieg gegen den Terror an mehreren Fronten. Israel habe zwar große Erfolge erzielt, doch der Krieg gehe weiter – „leider auch in Jerusalem“.

Todesopfer: Fünf Männer und eine Frau

Mittlerweile haben die Behörden die Identität der Todesopfer bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um:

Rabbi Josef David (43) aus dem Stadtteil Ramot, befand sich auf dem Weg in eine Talmudschule

Sarah Mendelson (60) aus dem Stadtteil Ramat Schlomo, engagierte sich jahrzehntelang im religiös-zionistischen Jugendverband Bnei Akiva und war dort für Beziehungen zur Regierung zuständig

Israel Mezner (28), ebenfalls aus dem Stadtteil Ramot

Rabbi Levi Jizchak Pasch, lehrte an einer Jerusalemer Talmudschule, aus Tel Zion bei Jerusalem

Ja‘akov Pinto (25), frisch verheiratet, aus Spanien eingewandert, studierte an der Talmudschule „Derech Emuna“ in Lod

Rabbi Mordechai Steinzag (57), wanderte 1993 aus den USA ein. Dem ausgebildeten Kardiologen gehörte die bekannte „Bäckerei Dr. Mark“ in Beit Schemesch, die nach eigenen Angaben gesunde Brote anbietet

(Israelnetz)

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