Sukkot: Erntedank in der Laubhütte

Sukkot: Erntedank in der Laubhütte

An Sukkot werden in Israel überall schlichte laubhütten aufgestellt, in denen Erntedank gefeiert und sich an Gottes Bewahrung erinnert wird. Foto: Gilabrand | CC-BY-SA-3.0 Wikimedia Commons

Das Laubhüttenfest (Sukkot) ist das dritte und letzte große Wallfahrtsfest, zu dem früher ganz Israel zum Tempel pilgerte und feierte. Es findet im Herbst statt und ist ein Erntedankfest. In diesem Jahr beginnt es am Abend des 6. Oktober und endet am 13. Oktober.

Von Dr. Tobias Krämer

Auf geschmückten Erntewagen brachte man im alten Israel die Erstlingsfrüchte aus dem ganzen Land nach Jerusalem in den Tempel – mit Jubel und Dankbarkeit. Der fröhliche Charakter des Laubhüttenfests geht auf die Bibel zurück:

„Wenn nicht nur die Getreide-, sondern auch die Weinernte eingebracht ist, sollt ihr sieben Tage lang das Laubhüttenfest feiern. Begeht es als Freudenfest mit euren Söhnen und Töchtern, euren Sklaven und Sklavinnen und mit den Leviten in eurer Stadt, den Fremden, die bei euch leben, den Waisen und Witwen.“ (5. Mose 16,13-17)

Auffälligstes Merkmal von Sukkot ist die Laubhütte (Sukka, Mehrzahl Sukkot). Im alten Israel hatte man zur Erntezeit die Laubhütten als Unterstand und Schattenplatz zum Ausruhen. Manchmal schlief man auch darin, um früh am Morgen gleich mit der Ernte fortfahren zu können. Die Laubhütte erinnert aber auch an die Wüstenwanderung, wo Israel in Zelten wohnte und ganz auf Gottes Schutz und Versorgung angewiesen war. Charakteristisch für die Laubhütte ist das durchlässige Dach aus Palmwedeln. Am Tag bietet es Schutz vor der stechenden Sonne, in der Nacht lässt es den Blick offen auf den fernen Sternenhimmel, den Wohnort Gottes. Beim Laubhüttenfest mischen sich also die Freude über die Ernte, die Erinnerung an Gottes Bewahrung und die Sehnsucht nach Gott im Hier und Heute.

Außen einfach, innen festlich

Das Laubhüttenfest wird gefeiert, indem man sich die Woche über möglichst oft in der Sukka aufhält, nicht nur zum Feiern und Beten. Die Sukka wird im Vorgarten oder auf dem Balkon aufgebaut. Öffentliche Gebäude wie Hotels oder Rathäuser stellen im Hof oder auf dem Vorplatz eine große Sukka auf, in der auch Empfänge und Veranstaltungen stattfinden. Äußerlich ist die Sukka ein unansehnlicher Verhau aus Brettern, Pappe oder Zeltbahnen; dies erinnert an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Geht man aber hinein, ist man überwältigt von der reichen Dekoration und dem liebevollen Schmuck, die Freude, Dank und Festlichkeit symbolisieren.

In den drei großen Wallfahrtsfesten – Pessach, Schawuot und Sukkot – sehen Christen auch einen Hinweis auf Jesus Christus. Pessach steht für die Erlösung durch Kreuz und Auferweckung Jesu, Schawuot (Pfingsten) steht für die Ausgießung des Heiligen Geistes, Sukkot hingegen steht für Jesu Wiederkehr. Wenn Jesus wiederkommt, wird er sein messianisches Friedensreich über die ganze Welt ausbreiten. Dann werden die Nationen nach Jerusalem kommen, um mit Israel zusammen das Laubhüttenfest zu feiern (Sacharja 14,6). Israel und die Nationen werden gemeinsam den Gott Israels preisen. Was für eine Perspektive!

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