Es mag egal sein, ob man seine Tochter Emilia oder Emma nennt. Wie man aber den
Landstrich an der Ostküste des Mittelmeers bezeichnet, ist nicht egal. Denn
dahinter stehen Programme und Konzepte, ja politische Überzeugungen.

 

Fangen wir vorne an. Jener Landstrich heißt in der Bibel zunächst Kanaan, später Israel,
doch wird er auch gelobtes oder verheißenes Land genannt. Andere Bezeichnungen
finden sich nicht. Entscheidend ist, dass jenes Land in 1 Mose 12,1-3+7 Abraham
versprochen wird. Später ging die Verheißung an Isaak und Jakob und damit an Israel über.
Jenes Land hat eine Bestimmung: Es ist Gottes Land (3 Mose 25,23; Jeremia 2,7; Hesekiel
36,5; Joel 4,2) und Gott hat es für sein Volk Israel vorgesehen. Gott reklamiert das Land für
sich, um es Israel zu geben. Das ist der Plan.

In der Richter- und Königszeit gab es einen bekannten Feind Israels: die Philister. Man
denke nur an David und Goliath oder an Simson. Die Philister waren im 12. Jahrhundert v.
Chr. wahrscheinlich aus Kreta gekommen und hatten sich an der Küste niedergelassen. Ihr
Schwerpunkt lag dort, wo heute der Gazastreifen ist. Die Philister gingen unter, doch
kamen die Großmächte. Sie gaben sich der Reihe nach die Klinke in die Hand und
besetzten je auch Israel: Assyrer, Babylonier, Perser, Griechen, Römer.

 

Aus Israel wird Palästina
Nach jüdischen Aufständen im 1./2. Jahrhundert n. Chr. machten die Römer Israel
vollständig platt. Im Zuge dessen wurde Jerusalem in Aelia Capitolina umbenannt und
Israel in Palästina (Philisterland!). Bewusst wurde das Land nach den Feinden Israels
benannt. Dahinter steht ein antijüdisches Konzept. Denn wenn man sich mit den Feinden
Israels eins macht, dann stellt man sich auch gegen Gott: gegen Gottes Plan mit dem Land.
Die Bezeichnung Israel bringt zum Ausdruck, dass jenes Land nach Gottes Willen für sein
Volk Israel bestimmt ist, die Bezeichnung Palästina drückt aus, dass dies nicht der Fall ist,
sondern andere hier wohnen sollen. Diese Gegensätzlichkeit gibt es auch heute wieder.

 

Die palästinensische Identität
Interessant ist, dass es ein Volk der Palästinenser nie gegeben hat. Die Muslime in
Israel/Palästina waren von jeher Araber. Erst unter Yasser Arafat entstand so etwas wie
eine palästinensische Identität. Arafat gründete die PLO (die Palästinensische
Befreiungsorganisation). Er wollte, wie der Name schon sagt, Palästina befreien. Befreien
von den Juden. Palästina statt Israel. Auf diese Weise entstanden die „Palästinenser“, die
nirgendwo Raum haben. Sie werden in den Nachbarländern, wo viele wohnen, nicht
integriert und sie werden als Druckmittel gegen Israel politisch instrumentalisiert. Im Lauf
der Jahrzehnte wuchsen sie zu Millionenstärke an und die radikalen Kräfte warten darauf,
dass sie eines Tages „übernehmen“ können – wie schon vor 3.000 Jahren die Philister.
Dann soll Israel von der Landkarte verschwinden. Für immer.

Wenn es heute bereits Reiseführer gibt, die „Israel und Palästina“ heißen, dann wird etwas
vorweggenommen: die Existenz zweier Staaten, von denen einer noch gar nicht existiert,
das Existenzrecht des anderen aber bestreitet. Momentan heißt das Land Israel. Das gilt
auch für Judäa und Samaria (die sogenannte Westbank oder das Westjordanland), wo die
palästinensischen Autonomiegebiete sind.

Bis vor kurzem fand man in namhaften Bibeln – man reibt sich die Augen – im Kartenteil die
Bezeichnung: Palästina in biblischer Zeit oder Palästina zur Zeit des Neuen Testaments.
Da purzelt viel durcheinander, denn damals hieß Palästina Israel. Wer eine neutrale
Bezeichnung sucht kann zu „südliche Levante“ greifen, die allerdings recht unbekannt ist.

In Hesekiel 47,21-23 vermittelt Gott seine Vision, wie es zugehen soll, wenn Israel in sein
Land zurückkehrt. Dort heißt es, dass die Fremdlinge wie Einheimische sein sollen unter
den Israeliten. Die Rede ist von einem friedlichen Zusammenleben in einem jüdischen
Staat Israel. Dieses Modell wählen heute bereits viele Palästinenser. Schon deshalb, weil
es ihnen nirgendwo besser geht als in Israel.

Von: Tobias Krämer

 

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