Als Christen an der Seite Israels (CSI) werden wir immer wieder gefragt, wie wir zum Thema Zwei-Staaten-Lösung stehen. In Antwort darauf haben wir ein kurzes Papier erarbeitet. Das nimmt zwar keine konkrete Position ein, möchte aber durch ehrliche Fragen einen Beitrag zur Erarbeitung einer Friedenslösung leisten.
Die Zwei-Staaten-Lösung ist in aller Munde. Fast. Denn: Gott spricht in der Bibel das Land Kanaan „vom Fluss bis zum Meer“ exklusiv und unabänderlich dem jüdischen Volk zu. Die gesamte biblische Heilsgeschichte hängt daran. Die derzeit von der internationalen Gemeinschaft als alternativlos vertretene Zwei-Staaten-Lösung zur Beilegung des arabisch-israelischen Konflikts sieht hingegen die Aufteilung des Gebiets vor. Hier prallen Welten aufeinander. Christen wie Juden stecken in einem Dilemma, gerade, weil sie um den Wert von Frieden wissen und diesen für Israel und seine Nachbarn wollen. Doch wie kann Friede überhaupt entstehen? Und zu welchem Preis?
Als Christen an der Seite Israels treten wir mit unserer politischen Arbeit bewusst in diesen Zwiespalt zwischen göttlicher Wahrheit und politischer Realität hinein. Immer wieder werden wir dabei gefragt, wie wir zum Thema Zwei-Staaten-Lösung stehen. Unsere Antwort sind Fragen. Ehrliche Fragen. Fragen, ob die Zwei-Staaten-Lösung eine echte Lösung ist, ob sie überhaupt realistisch ist und welche Alternativen es geben kann. Dabei wollen wir nicht Recht haben, sondern ins Gespräch kommen. Wir wollen sprechen über eine Lösung, die für Viele DIE Lösung zu sein scheint, jedoch im wahrsten Sinn des Wortes fragwürdig ist – ohne Denkverbote und mit offenem Visier.
Als Christen an der Seite Israels wünschen wir uns von Herzen Wohlergehen, Sicherheit und Frieden für Israel und seine Nachbarn. Unsere Arbeit, Gebete und Hoffnung richten sich auf dieses Ziel. In der internationalen Politik hat sich seit einigen Jahrzehnten als Ansatz für eine Friedenslösung die Zwei-Staaten-Lösung durchgesetzt. Sie soll laut der Bundesregierung dazu beitragen, durch Verhandlungen einen unabhängigen, demokratischen und lebensfähigen palästinensischen Staat zu erreichen, der Seite an Seite in Frieden und Sicherheit mit Israel lebt.[1] Doch vermag sie das? Dieses Papier will mit ehrlichen Fragen als Teil eines dialogischen Ansatzes einen Beitrag dazu leisten, „unsere Füße auf den Weg des Friedens zu richten.“ (Lukas 1,79)
[1] Quelle: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/nahermittlererosten/-/203626
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