Nach dem Auszug aus Ägypten führte Gott sein Volk Israel über Umwege und mit zahlreichen Zwischenaufenthalten durch die Wüste der Halbinsel Sinai. In dieser Wüste hatte er sich auch Mose offenbart, mit dem Namen „Ich bin, der ich bin!“. Foto: boygovideo | Canva

Von: André van Aarle, römisch-katholischer Diakon-Pfarrer

Der Name Gottes ist nicht nur ein Name. „Ich bin, der ich bin!“ oder „Ich werde sein!“ – das ist ein Versprechen.

Als Kind hat mich die Geschichte von Mose am brennenden Dornbusch immer sehr bewegt. Mose hatte bis zu diesem Zeitpunkt ein ungewöhnliches Leben. Geboren in das Volk der Hebräer. Als Baby wurde er mit dem Tod bedroht. Weggelegt. Gefunden von der Tochter des Pharaos, dem Feind. Seine Mutter wurde seine Pflegemutter.

Später lebte er am ägyptischen Hof. Er wuchs mit der ägyptischen Sprache und Kultur auf. Sein Name ist ebenfalls ägyptisch: Das Namenselement „Mosis“ bedeutet in etwa „Sohn des …“. Man könnte fast sagen: Herkunft unbekannt. Er wird des Totschlags schuldig und muss fliehen. Schließlich trifft er während seiner Flucht Zippora und ihren Vater Jethro. Und im Land Midian führt er endlich ein schönes und ruhiges Leben.

Doch dann … Man könnte davon ausgehen, dass Gott einen Menschen erwählen würde, der ein stabiles Leben führt. Aber nein, Mose wird aufgefordert, sein kurzes ruhiges Leben hinter sich zu lassen und das Volk der Hebräer zu befreien. Eine Aufgabe, die unmöglich erscheint.

Gott beruft Mose

Mose kennt wohl die Geschichten der drei Erzväter. Obwohl? Er hatte nicht so lange mit den Hebräern gelebt. Aber zweifellos hatte er von Abraham, Isaak und Jakob (Israel) gehört. Am brennenden Dornbusch hört Mose eine Stimme. Er wird gerufen, wird berufen, sein Volk zu befreien. Aber von wem kommt dieser Ruf? Gott gibt sich zu erkennen: EHYEH ASHAR EHYEH. Das bedeutet: „Ich bin, der ich bin!“ Oder: „Ich werde sein!“

Ein Versprechen

Der Name Gottes ist nicht nur ein Name. Er ist ein Versprechen. Ein Bundesname. Ein Programm. Obwohl Mose noch Zweifel hat, nimmt er die Herausforderung an. Mit Gott und mit Gottes Namen. Dieser Name bringt das Volk der Hebräer in das Gelobte Land. Mit der Gewissheit dieses Namens kann sich das Volk Israel niederlassen. Innerhalb des Volkes Israel wird dieser Name gehört, und deshalb kann sich dieses Volk als das auserwählte Volk bekennen.

Jedes Mal, wenn das Volk Gottes im Laufe der Jahrhunderte den Bund bricht, hält Gott ihn ein. Natürlich schließt er die gebrochenen Bündnisse wieder, aber der Bund, der in Seinem Namen verborgen ist, bleibt in Kraft. „Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?“ (4. Mose 23,19)

Gottes Name wird bekannt

Der Segen besteht darin, dass Gott Sein Volk gebraucht, um Seinen Namen auf der ganzen Erde, in Seiner ganzen Schöpfung, bekannt zu machen. Das war das Versprechen, das Gott Abraham lange vor Mose gab: „Da führte ihn der Herr hinaus und sagte: ,Schau hinauf zum Himmel. Zähle die Sterne, wenn du kannst.‘ Und er sagte zu ihm: ,Sieh, so zahlreich sollen deine Nachkommen sein.‘ Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.“ (1. Mose 15,5-6)

Gottes Plan mit dem Volk Israel wurde hier bereits in die Tat umgesetzt. Und der Name Gottes – Ich werde da sein – ist das Wasser, mit dem der Boden des Samenkorns bewässert wurde. Und dieser Name wurde im Volk Israel sichtbar. Gott wurde in Jesus Christus sichtbar. Alle Verheißungen, die Gott gegeben hat, insbesondere die Offenbarung seines Namens an Mose, wurden in Christus durch die Kraft des Heiligen Geistes sichtbar. Für die ganze Welt.

Die Saat wird gesät. Ein Zweig wächst. Der Baum wächst, und die Zweige breiten sich über das Land aus, damit jeder, der an diesen Namen glaubt, die Frucht empfängt. Aber jetzt kommt es: Die Äste dürfen nicht vom Baum entfernt werden, von der Wurzel. Die Tatsache, dass Gott einen Bund mit dem Volk Israel geschlossen hat, ist keine vorübergehende Angelegenheit.

Dieser einzigartige Bund ist immer noch gültig. Auch darin dürfen wir Gottes Gnade erfahren und ihn dafür preisen. Diese Gnade, die von entscheidender Bedeutung ist, ist niemals vom Bundesvolk Gottes getrennt. Sie sind die Auserwählten, in diesem Volk ist Christus geboren. Das ist ein Segen, aber auch eine große Verantwortung. Mit Gottes Hilfe müssen wir den Baum und seine Wurzeln weiterhin schützen. Gott verlangt das Gleiche von uns. Aber Gott wird sein Volk auch weiterhin beschützen und führen. Auch im Ungehorsam.

Erwählung aus Liebe

Paulus, der selbst aus dem Haus Israel stammt, beschreibt es in seinem Brief an die Römer sehr treffend: „Er hat sie erwählt. Nicht weil sie so gut lebten, sondern weil er sie liebte und gut zu ihnen sein wollte. Wenn es eine Belohnung für ihre harte Arbeit gewesen wäre, dann wäre es nicht mehr aus Liebe. Aber er hat sie aus Liebe gerettet. Nicht weil sie es verdient hätten.“ (Römer 11,6)

Der Name Gottes – Ich werde da sein –, mit dem er sich Mose offenbarte, ist ein Name, der bis heute klingt und gilt. Selbst in den schrecklichen Kriegen, die Israel und sein Volk bedrohten, durfte dieser Name gehört werden. Vor diesem Namen knie ich nieder.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 129. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen: https://csi-aktuell.de/israelaktuell. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.