Unsere Mitarbeiterin Alina berichtet vor Ort:

Ich habe von 3 Uhr bis 6 Uhr mal ein paar Stunden geschlafen, den Schlaf der Erschöpfung. Aber die ganze Nacht sind sogar bei uns in W. die Sirenen gegangen. Im ganzen Land werden Angriffe geflogen an verschiedenen Orten. Die Lage ist sehr unübersichtlich. Meine Tochter sitzt in Odessa seit drei Tagen in der Firma fest, wo sie arbeitet, etwas außerhalb der Stadt. Es ist zu gefährlich, jetzt in einen Zug zu steigen, weil in der Gegend weitere Angriffe erwartet werden.

Im Großmarkt, in der Metro, gibt es noch etwas, aber die  Einzelhandelsgeschäfte sind ziemlich leergekauft.

Igor ist gestern Abend mit einigen Flüchtlingsfamilien losgefahren und ist erst nach 20 Stunden in der Westukraine angekommen. Normalerweise dauert die Strecke 4 Stunden. Die Autobahn ist eigentlich in jede Richtung zweispurig, aber momentan sind alle vier Spuren voll mit Fahrzeugen, die Richtung Westen fliehen. Die Leute, die in die Gegenrichtung fahren wollen, benutzen die Umgehungsstraßen. 
Meine Freunde in Polen sagen, die Grenzübergänge sind offen, aber die Warteschlangen sind lang. 

Den ganzen Tag rufen Leute bei mir an. Ich versuche, sie zu beruhigen und zu trösten. Eine Frau aus unserem Patenschaftsprogramm in Tschernigow rief an, ganz in Tränen aufgelöst. Sie wollte, dass wir sie so schnell wie möglich nach Israel zu ihren Kindern bringen. Ich habe ihr gut zugeredet, dass sie erstmal bleiben soll, wo sie ist und dass sie jederzeit bei mir anrufen kann. Im Moment kommt man auf den verstopften Straßen nirgendwo durch. Wir müssen ein bisschen warten. Vorräte hat sie, Gott sei Dank. Auch dort haben wir in den letzten Tagen noch Notvorräte hingeschickt. 

Jeder, der nicht selber auf der Flucht ist, hat Flüchtlinge bei sich aufgenommen. Bei mir habe ich acht Leute aus Mariupol gehabt, meine Eltern haben auch mehrere Leute aufgenommen. 

Wir sind sehr dankbar, dass Rabbi P. mit seiner Gemeinde heute mitten im Kriegschaos Schabbat feiern und Flüchtlinge mit einer warmen Mahlzeit versorgen kann.

 

Vielen Dank an alle, die schon geholfen haben! Ihre Spende bewegt viel, vor allem an den Brennpunkten. Unser Team ist vor Ort und versorgt Bedürftige und Flüchtlinge mit Notquartieren und warmen Mahlzeiten.

 

 

Wir haben für diese Notsituation einen besonderen Notfallfond eingerichtet, um den jüdischen Gemeinden in der Ukraine zu helfen – mit Lebensmitteln, Notquartieren und bei der Ausreise nach Israel.

Wie können Sie konkret helfen?
🍞 Lebensmittel für eine Woche: 50 €
🏚 Notunterbringung für eine Woche: 100 €
🚌 Evakuierung eines ukrainischen Juden nach Israel: 150 €

 

Jetzt Spenden!

Schabbat Schalom, möge der übernatürliche Frieden Gottes mit uns allen sein!