Ein Mitarbeiter des CSI-Teams nimmt an der moldawischen Grenze Flüchtlinge aus der Ukraine in Empfang. Foto: C4I

Von: Sara van Oordt (Christians for Israel, Niederlande), Übersetzung aus dem Englischen Dana Nowak

Das Team von Christen an der Seite Israels in der Ukraine arbeitet Tag und Nacht, um jüdische Flüchtlinge zu unterstützen, ihnen Schutz zu bieten und sie in die Nachbarländer zu evakuieren. Sara van Oordt (Christians for Israel, Niederlande), die das Team derzeit in Moldawien unterstützt, berichtet über die Lage vor Ort:

Ich bin jetzt seit einigen Tagen in Moldawien, um unser Team bei der Evakuierung von Flüchtlingen aus den jüdischen Gemeinden zu unterstützen, denen wir seit 25 Jahren in der Ukraine helfen. Am vergangenen Sonntag ist Folgendes passiert:

Am Morgen fuhren wir wieder an die Grenze zwischen Moldawien und der Ukraine. Vierzig Menschen waren aus unserer Unterkunft in der Westukraine hier eingetroffen. Alles war reibungslos verlaufen. Wieder sah ich die traurigen und besorgten Gesichter von Menschen, die das Grauen sahen – ältere Menschen, kleine Kinder und Mütter. Die Männer müssen in der Ukraine bleiben, um in der Armee zu kämpfen. Die Ausreise ist ihnen nicht gestattet.

Sara van Oordt unterstützt das CSI-Team vor Ort in Moldawien. Foto: C4I

Eine junge Mutter aus Charkow mit ihrem kleinen Kind ist die erste, die die Grenze überquert. Schon fünf Tage lang sind die beiden unterwegs. Ihre Tochter kann vor lauter Angst nicht sprechen und zittert. Nick, unser Freiwilliger aus Belgien, redet mit ihr auf eine nette und liebevolle Weise. Nach etwa anderthalb Stunden ist unsere Gruppe komplett.

Fünf Flüchtlinge, die nicht in unserer Gruppe waren, flehen uns an, sie mitzunehmen. Sie haben niemanden, an den sie sich sonst wenden können. Da wir noch ein paar freie Plätze hatten, haben wir sie mitgenommen. Wie könnte man Menschen zurücklassen, die so etwas Schlimmes erlebt haben?

Eine halbe Stunde nachdem wir die Grenze verlassen haben, erhält der Leiter unseres CSI-Ukraine-Teams, Koen Carlier, einen alarmierenden Anruf. Es ist Max von der israelischen Organisation mit der wir zusammenarbeiten. Er bittet: „150 jüdische Menschen aus Dnepropetrowsk kommen an die Grenze. Können Sie sie nach Rumänien bringen? Sie haben selbst Busse organisiert, aber die Busse sind einfach nicht gekommen.” Also beschließen wir, zu helfen. Koen organisiert vier Busse, um die 150 Flüchtlinge abzuholen und nach Rumänien zu bringen.

Wir fahren in Richtung Kischinau. Moldawien ist buchstäblich mit Flüchtlingen überschwemmt, es scheint keinen Platz für weitere Flüchtlinge zu geben. Aber jeden Tag kommen Tausende von ihnen. Das Ganze entwickelt sich zu einer humanitären Katastrophe.

Auf dem Weg in die moldawische Hauptstadt Kischinau. Foto: C4I

Wenig später erhält einer unserer Kollegen die schreckliche Nachricht, dass nur einige Kilometer von unserer Unterkunft in der Ukraine entfernt ein Bombenangriff stattgefunden hat. Es ist unvorstellbar, in einer so stressigen Situation so hart zu arbeiten und gleichzeitig ständig mit Nachrichten von Bombenanschlägen, Schießereien und Morden an Zivilisten konfrontiert zu sein. Mein Herz bricht für unser Team, für die Flüchtlinge.

Wir beschließen, die Lage vor unseren Herrn und Erlöser zu bringen. Er hat alles in seiner Hand und sagt: Fürchtet euch nicht, denn ich bin mit euch.

Wir fahren weiter. Nicht wissend, ob es einen Platz für unsere vierzig Flüchtlinge gibt. Wir werden von einer Person zur anderen verwiesen – es herrschen totales Chaos und Panik.

Schließlich erfahren wir, wohin wir mit unserer Gruppe gehen können. Wir haben eine Adresse – ein Zentrum, das von einer Kirche betrieben wird. Das sind weitere fünfzig Kilometer mehr als ursprünglich geplant.

Die Flüchtlinge werden in Notunterkünften untergebracht. Foto: C4I

Die Evakuierung von Moldawien, Rumänien und Polen nach Israel muss schneller vonstatten gehen. Zehntausende Juden werden kommen, wenn die Gewalt so weitergeht wie jetzt. Wo sollen sie bleiben? Auf den Straßen? Es ist das totale Chaos. Wir haben für unsere vierzig Leute ein wenig Ordnung schaffen können und hoffentlich auch für die 150 zusätzlichen Flüchtlinge. Doch was wird als nächstes kommen? Das weiß nur Gott.

Die nächsten Schritte

Jüdische Flüchtlinge werden von der Ukraine nach Moldawien gebracht. Da der Luftraum in Moldawien gesperrt ist, werden die Menschen anschließend mit Bussen weiter nach Rumänien gefahren. Von dort aus geht es nach Israel. Die Kosten für einen voll besetzten Bus betragen 4.000 Euro, das sind etwa 100 pro Person.

Bitte unterstützen Sie unsere Notfallkampagne und helfen Sie uns dabei, jüdische Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen. Jedes Gebet, jede Spende zählt! Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Unterstützung!

 

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