Im Kibbuz Revivim in der Negev-Wüste hat der 12-jährige Ruslan Zuflucht vor dem Krieg in der Ukraine gefunden. Foto: JAFI

Tausende Juden fliehen aus der Ukraine nach Israel, dort bauen sie sich ein neues Zuhause auf. Unter ihnen sind auch Olga und ihr Sohn Ruslan, die nun in einem Kibbutz in der Negev-Wüste angekommen sind. Hilfe erhalten sie unter anderem durch das Programm „First Home in the Homeland“, das von Christen an der Seite Israels (CSI) durch Spenden unterstützt wird. 

Von: Valeria Zakharova, First Home in the Homeland, aus dem Englischen übersetzt von Dana Nowak

Ende März haben wir Olga Gordienko mit ihrem 12-jährigen Sohn Ruslan aus Dneprodzerzhinsk begrüßt. Vor dem Krieg in der Ukraine sind sie über die rumänische Grenze geflohen.

Olga erzählt: „Am 5. März erhielten wir von einer örtlichen Synagoge eine Nachricht über eine Not-Evakuierung in die Westukraine. Wir hatten nur zwei Stunden Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Ich hatte bereits zwei Taschen mit Lebensmitteln und Kleidung für den Fall eines möglichen Luftangriffs gepackt. Ich nahm meinen Sohn Ruslan und wir verließen unsere Stadt. Wir verbrachten die Nacht in einem Hotel in Krivoi Rog. Danach wurden wir an die ukrainisch-rumänische Grenze gebracht. Wir brauchten dafür mehr als 24 Stunden. An der Grenze gab es eine riesige Menschenmenge. Die Kinder hatten wegen der vielen Menschen Angst. Unsere Gruppe baute eine Rettungskette, um sie zu schützen. Außerdem war es dort sehr kalt. Nach dem Grenzübertritt wurden wir von einem israelischen Vertreter empfangen, der uns in ein Zelt brachte und mit warmen Mahlzeiten versorgte. Dann wurden wir in ein nahe gelegenes Dorf gebracht und in einem Gebetshaus untergebracht, wo wir zwei Tage verbrachten, bevor wir in Bukarest ankamen. Erst dort öffnete ich meinen Koffer und fand darin nicht meine, sondern die Sachen meines Mannes. Ich lachte und weinte zugleich. Das gab mir Hoffnung, dass er bald zu uns kommen wird.”.

Als sie in Rumänien waren, suchte Olga nach einem geeigneten Programm in Israel für sich und Ruslan. Im Internet stieß sie auf die israelische Einwandererorganisation „Jewish Agency For Israel“ (JAFI) und deren Programm „First Home in the Homeland“ („Erstes Zuhause in der Heimat“). Dort fand sie die Nummer von Elena Kovarsky und seitdem stehen die beiden in Kontakt. „Ich habe mit Elena gesprochen, und sie hat mich beruhigt. Ich erinnere mich noch an ihre Worte: ,First Home in the Homeland ist das Programm mit einem menschlichen Gesicht.‘“

Olga hat bereits ihren Hebräischkurs begonnen. Foto: JAFI

Ich habe Olga in Be’er Scheva getroffen, an ihrem ersten Tag in Israel. Sie und Ruslan verbrachten dort eine Woche damit, das Registrierungsverfahren zu durchlaufen und israelische Dokumente zu erhalten. Olga wirkte verloren und verstand nicht, was um sie herum geschah. Ich versuchte, sie aufzumuntern, aber vergeblich. Ihre Kibbutz-Revivim-Koordinatorin namens Alena kümmerte sich rund um die Uhr um sie. Es war uns sehr wichtig, sie unsere Liebe und Unterstützung spüren zu lassen. Wir wollten, dass sie sich in ihrem Heimatland sicher und frei fühlen. Ich hoffe, das ist uns gelungen.

Wie sie selbst sagen haben Olga und ihr Sohn nach 15 Tagen des Grauens ein neues Zuhause in der Negev-Wüste gefunden. Erst jetzt geht es ihnen besser, dank derer, die sich um sie kümmern und ihnen Hoffnung für die Zukunft geben.

Ein Dank an die Spender

Dank der Hilfe von Christen an der Seite Israels (CSI) hat „First Home in the Homeland“ bereits 27 Familien aus der Ukraine in den eigenen Kibbutzim untergebracht. Wir freuen uns darauf, in naher Zukunft weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Wir, das Team von „First Home in the Homeland“, wissen Ihre Unterstützung sehr zu schätzen, besonders in diesen dunklen Zeiten.

Bitte unterstützen Sie unsere Notfallkampagne „SOS Ukraine“ und helfen Sie uns dabei, jüdische Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen. Jedes Gebet, jede Spende zählt! Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Unterstützung!

 

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