Mit zwei Lebensmittelpaketen, frischem Brot und warmen Wintersachen klopften wir an Zhenias Tür.

Als wir ihr die selbstgestrickte Decke von Frau Huber um die Schultern legten, weinte sie.

 

Viele von Zhenias Verwandten liegen in Babi Jar. Sie selbst war fünf Jahre alt, als die Wehrmacht einmarschierte. Ihr Vater ging an die Front, die Mutter versteckte sich mit ihr, solange es ging. „Mama hat mir erzählt, wie sie alle aus unserem Dorf getrieben wurden, dann nach Kiew, dann nach Babi Jar.“

 

Zhenia fand zunächst Zuflucht bei einem alten Mann, der sie versteckte. Als ihre Mutter an Typhus starb, konnte sie zu ihrer ukrainischen Großmutter väterlicherseits geschmuggelt werden, wo sie auch aufwuchs. Denn auch ihr Vater starb, kurz nachdem er von der Front zurückkehrte.

Von ihrer eigenen Familie – Mann und drei Kinder – ist noch sie und eine Enkelin übrig, die ab und zu nach ihr schaut.

 

Besonders wünscht sich Zhenia nächstes Mal ein Foto von uns, das sie immer anschauen kann.

 

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