Überrascht vom Krieg – Neueinwanderer in Israel

Überrascht vom Krieg – Neueinwanderer in Israel

Neueinwanderer feiern ihren Abschluss
Aufgrund des Krieges ein besonderer Kurs: Neueinwanderer feiern ihren Abschluss des Eingliederungsprogramms von First Home in the Homeland. Alle Fotos: First Home in the Homeland

Auch im Jahr 2023 sind wieder Menschen aus allen Teilen der Welt nach Israel eingewandert. Sie alle eint die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Mit den Ereignissen und Folgen des „Schwarzen Schabbat“ am 7. Oktober 2023 hat wohl keiner von ihnen gerechnet. Das von CSI unterstützte Einwandererprogramm First Home in the Homeland hat einige Neueinwanderer in dieser Zeit begleitet.

Von Anja Weippert und First Home in the Homeland

August 2023

Es begann alles ganz normal für zehn junge, frisch nach Israel eingewanderte Familien. Sie hatten einen Platz im Einwanderer-Programm „First Home in the Homeland“ der Jewish Agency bekommen und sollten nun mit ihrem Ulpan starten. Dabei handelt es sich um einen etwa halbjährigen Intensivkurs, in dem die Neueinwanderer Hebräisch lernen und mit all den Themen vertraut gemacht werden, die sie für eine gelungene Integration in ihrem neuen Heimatland benötigen.

Die Familien wurden in den Kibbutzim Nir Am und Or Ha Ner untergebracht, wo sie ihren Ulpan absolvieren würden. Durch die Nähe beider Orte zu Gazastreifen erhielten sie genaue Anweisungen und Trainings, wie sie sich in einer unvorhergesehenen Situation oder einem Notfall zu verhalten hätten. Leider gab es schlichtweg keine Instruktionen für das, was am 7. Oktober geschah.

7. Oktober 2023

Die Familien genossen gerade ihre Ferien anlässlich von Sukkot, dem Fest der Tora-Freude, und erwarteten die nächste Unterrichtseinheit. Doch dann brach der Hamas-Terror mit all seiner Grausamkeit über Israel herein. Die Familien verschanzten sich in ihren Schutzräumen, zu verängstigt, um sich Nahrung oder Wasser zu versorgen. Zeitweise waren sie nicht erreichbar. Wie durch ein Wunder konnten die Terroristen nicht bis zu ihnen vordringen.

Gleich am folgenden Tag wurden alle Familien nach Jerusalem und Tel Aviv evakuiert. Die Verantwortlichen von First Home in the Homeland rechneten fest damit, dass einige Neueingewanderte das Programm abbrechen oder sogar wieder abreisen und Israel verlassen würden. Doch weit gefehlt: Die Gruppe bat darum, den Kurs online weiterführen zu können. Und so lernten sie weiter, teils unter schwierigen Bedingungen: in überfüllten Hotelzimmern mit ein bis drei Kindern, fünf Stunden Zoom-Meetings am Tag, rund um die Uhr beieinander ohne Rückzugsmöglichkeit. Das Ganze bis zu fünf Monate lang, bis die Familien wieder in ihren jeweiligen Kibbutz zurückkehren konnten.

So manche Unterrichtsstunde musste während der Evakuierungszeit im Hotelzimmer stattfinden.

29. Februar 2024

An diesem Tag beendeten alle zehn Familien erfolgreich ihren Ulpan und damit den ersten wichtigen Schritt in ihre Zukunft in der neuen Heimat Israel. Auf die Frage, wie es ihnen in dieser schwierigen, zutiefst verunsichernden Zeit ergangen sei, kam immer wieder eine Antwort: Von der ersten Minute an hatte sich niemand alleingelassen gefühlt. Kibbutz-Bewohner, freiwillige Helfer, Koordinatoren, die Leiter des Programms, Vertreter der Jewish Agency, Roger van Oordt und Koen Carlier von Christians for Israel – sie alle kümmerten sich um die Neueinwanderer, hielten sie auf dem Laufenden und bei Laune und unterstützten sie auf alle erdenkliche Weise. Ein Hebräisch-Lehrer brachte es auf den Punkt: „Wir sind nicht nur ein Programm – wir sind Familie!“ So wurden die Neueinwanderer, vermutlich etwas herzlicher als sonst, mit „Behatzlacha“ („Viel Glück“) in ihr neues Leben im Gelobten Land entlassen.

Hier erfahren Sie mehr über unsere Unterstützung der Einwanderung von Juden aus aller Welt nach Israel sowie über das Programm „First Home in the Homeland“. Jede Spende hilft uns, diese Arbeit fortzuführen!

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