Unabhängigkeitstag in Israel: Ein Land schwelgt in Freude

Unabhängigkeitstag in Israel: Ein Land schwelgt in Freude

Jom HaAtzma’ut, der israelische Unabhängigkeitstag, ist für Israelis ein Fest der Freude. Foto: Canva

Am heutigen Dienstagabend beginnt der diesjährige israelische Unabhängigkeitstag Jom HaAtzma’ut. Jüdische und andere Israelis feiern die Unabhängigkeit des Staates Israel. In diesem Jahr ist es ein besonderer Tag: Israel wird 75 Jahre alt.

Im ganzen Land sind die israelischen Flaggen zu sehen – Autos, Häuser, öffentliche Gebäude und Brücken sind damit geschmückt. Der Duft von Gegrilltem liegt in der Luft: „Al HaEsch“ (Auf dem Feuer) sagen die Israelis dazu. Barbecue, mit der Großfamilie den Tag zu verbringen, sich in den Farben der israelischen Flagge zu kleiden und das Gesicht blau und weiß zu bemalen, ist in Israel genauso zur Tradition geworden, wie die Kampfflieger, die am Mittwoch über das Land fliegen und ihre Kunststücke am Himmel zeigen werden. In diesem Jahr werden auch deutsche Kampfjets an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Zum Unabhängigkeitstag schmücken viele Israelis ihre Häuser, Gärten und Autos mit Flaggen und blau-weißen Wimpeln. Foto: Dina Röll

Auch die Partygänger, die am heutigen Vorabend des Unabhängigkeitstages die Clubs, Bars und Straßen füllen, gehören zum alljährlichen Bild der Feierlichkeiten. Freilichtkonzerte, Straßenpartys – das ganze Land ist auf den Beinen und schwelgt in Freude. Der Unabhängigkeitstag ist einer der wenigen Tage im Jahr, an denen die Soldaten der Marine ihre weiße statt ihre beigefarbene Uniform tragen. 

Am 14. Mai 1948 rief David Ben Gurion, der erste Premierminister Israels, den jüdischen Staat aus. Seitdem wird der Nationalfeiertag jährlich nach dem jüdischen Kalender am fünften Tag des achten Monats (Ijjar) begangen. Im gregorianischen Kalender verschiebt sich der Tag und fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum im April oder Mai.

Vor der Unabhängigkeit stand ein Krieg

Der Unabhängigkeitstag folgt auf den Gedenktag für die gefallenen Soldaten und Terror-Opfer, den Jom HaSikaron. Ursprünglich sollte der Gedenktag zeitgleich mit den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten stattfinden. Da dies aber zu emotionalen Problemen und Verwirrung führte wurde 1950 festgelegt, dass der Gedenktag an die Gefallenen um einen Tag zurückverlegt werden sollte. Außerdem folgte die Gründung des Staates Israels auf den Unabhängigkeitskrieg, aus dem die Juden zwar siegreich hervorgingen, in welchem sie aber auch viele Verluste erlitten. Ebenso wie in den vielen Kriegen, Gefechten und bei Terroranschlägen, die bis heute anhalten.

So erinnern sich die Israelis daran, dass sie ohne die Soldaten, die ihr Leben für ihr Land ließen, weder einen unabhängigen Staat noch Sicherheit in ihrem Alltag hätten. Am Abend des Gedenktages schlägt die Stimmung schließlich in Freude um. Israel feiert seine Unabhängigkeit.

Araber demonstrieren

Am israelischen Unabhängigkeitstag gibt es jedes Jahr auch Demonstrationen von arabischer Seite. Teile der arabischen Bevölkerung in und um Israel bezeichnen diesen Tag seit jeher als „Nakba“ (Katastrophe). Die Gründung des jüdischen Staates erinnert sie an ihre Flucht oder teilweise Vertreibung aus dem Land. Selbst viele arabische Bürger mit israelischer Staatsbürgerschaft feiern diesen Tag oftmals nicht mit.

Eine Ausnahme hierbei sind die Drusen, ein kleiner arabischer Bevölkerungsanteil, der sich loyal zum Staat Israel verhält. So dienen sie auch in der israelischen Armee, sprechen fließend hebräisch und feiern den Unabhängigkeitstag Israels mit. Einen Unabhängigkeitstag, der mit dem berühmten Satz David Ben Gurions von Mai 1948 besiegelt wurde: „Wir deklarieren hiermit die Gründung eines jüdischen Staates im Land Israel. Es ist der israelische Staat.“

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