Wie Jesus Frauen begegnete: Vorbild für das Hilfsprogramm SHINE

Wie Jesus Frauen begegnete: Vorbild für das Hilfsprogramm SHINE

Die Stadt Jericho
Jericho im Westjordanland ist die tiefstgelegene Stadt der Welt; die Stadtmitte liegt rund 250 Meter unter dem Meeresspiegel. Auf dem nahegelegenen „Berg der Versuchung“ hat Jesus laut der Bibel 40 Tage lang gefastet. Foto: Daniel Case | Wikipedia | CC BY-SA 3.0

Von Hannah Trusch und Seeds of Hope

In der heutigen Kultur und Gesellschaft Jerichos werden Frauen oft als minderwertig oder untergeordnet betrachtet – das war bereits vor gut 2000 Jahren so. Doch Jesus pflegte einen radikal anderen Umgang mit Frauen und begegnete ihnen mit Wertschätzung. Genau daran orientiert sich das von Seeds of Hope ins Leben gerufene Programm SHINE.

In Jericho gibt es für Frauen kaum Möglichkeiten für gemeinschaftliche Aktivitäten außerhalb ihres Hauses. Es ist schwer für sie, einen Ort zu finden, an dem sie sich willkommen fühlen und sie selbst sein können; zu sehr ist ihre Kultur von Scham und Angst vor Verurteilung geprägt.

Solche Orte schafft die von Christen an der Seite Israels unterstützte Hilfsorganisation Seeds of Hope mit dem Programm SHINE. So bietet SHINE verschiedene Kurse und Treffen an: Von Gruppen, die sich mit persönlicher Entwicklung und Bildung befassen, bis hin zu Zumba-Kursen unter weiblicher Anleitung und Frauen-Gymnastikzeiten im Kulturzentrum. Das Programm wird von Frauen für Frauen geleitet, damit sie in Gemeinschaft und Selbstvertrauen wachsen können.

Das widerspricht nicht nur radikal jeglicher Norm in Jericho, sondern sendet auch eine gezielte und kraftvolle Botschaft an jede Teilnehmerin: Dein Wachstum und deine Gesundheit sind wichtig genug, um Priorität zu haben. Eigene Bedürfnisse zu priorisieren ist für die meisten Frauen schwierig, ebenso wie sich zu entspannen. Sich selbst als wertvoll und würdig zu sehen, steht im Widerspruch zu den täglichen Botschaften an die Frauen in Jericho. Deshalb veranstaltet Seeds of Hope Spa-Tage, an denen Freiwillige die Frauen von Jericho verwöhnen und dringend benötigte Ruhe und Entspannung bieten, um ihnen so das Herz Jesu nahezubringen.

Eine ständige Erinnerung an Gottes Liebe

Raeda berichtet, dass sie dringend diese Unterstützung brauchte, nachdem sie Opfer von schrecklichem und häufigem Missbrauch durch ein Familienmitglied wurde. Von ihrer Familie und ihren Freunden wurde sie verurteilt und mit Scham konfrontiert. Ihre Gemeinschaft machte sie verantwortlich für das Geschehene und stieß sie aus. Dann fand ihre Mutter SHINE.

Sie brachte ihre Tochter wöchentlich zur Gruppe und beobachtete, wie Raeda langsam begann, ihre Geschichte zu teilen. Ihr wurde mit Respekt und Wertschätzung begegnet und sie begann, in der Gemeinschaft ihr eigenes Selbstbewusstsein und ihren eigenen Wert wiederzuentdecken. Die Frauen in der SHINE-Gruppe waren eine ständige Erinnerung an Gottes Liebe auf dem Weg ihrer Heilung. Mittlerweile ist Raeda glücklich verheiratet, aber sie nimmt mit ihrer Mutter immer noch am SHINE-Programm teil. Sie haben aus erster Hand die lebensverändernde Kraft der Gemeinschaft erfahren und möchten sie weitergeben.

Fadwa, die Leiterin von SHINE, ist in der gleichen Gegend aufgewachsen. Sie nutzt ihre eigenen Erfahrungen und ihr eigenes Wachstum, um andere Frauen in größere Freiheit zu führen. Das Programm befreie Frauen von vielen Einschränkungen und Überzeugungen, die durch Bräuche und Traditionen in ihnen verwurzelt seien. „Wir lehren sie, wie sie mit den Problemen und Herausforderungen umgehen und betonen die Bedeutung von Gottes Gegenwart in ihrem täglichen Leben“, erzählt Fadwa.

Seeds of Hope möchte dem radikalen Beispiel Jesu folgen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Frauen von Jericho weiter in Gemeinschaft und ins Selbstvertrauen zu führen, während sie die vollkommene Liebe ihres himmlischen Vaters entdecken.

Mehr über unseren arabisch-christlichen Projektpartner Seeds of Hope und wie Sie diese Arbeit unterstützen können, erfahren Sie hier!

Teilen:

Drucken:

Print Friendly, PDF & Email

Informiert bleiben.

Weitere Artikel

19. Apr. 2024
Trauer, Schmerz, Sorge, dazu das Gefühl im eigenen Land nicht mehr sicher zu sein – das ist ...
18. Apr. 2024
Im vergangenen Jahr haben Dina Röll (hauptamtlich) und Stefan Mannl (ehrenamtlich) die Leitung der jungen Generation bei ...
17. Apr. 2024
Im Schatten des furchtbaren Hamas-Massakers 2023 entfesselte sich ein unsichtbarer Krieg – der Krieg an der „Social-Media-Front“, ...
12. Apr. 2024
Georg Loewenstein hat den Holocaust in einem Land überlebt, das zu dieser Zeit viele nur von Postkarten ...
Ausgabe 128 | 2. Quartal 2024
05. Apr. 2024
Seit Wochen ist unser ukrainisches CSI-Team unter Leitung von Koen Carlier vor allem in der Ost- und ...

Suche

Informiert bleiben

Name*
Datenschutz*