Einordnung: Zu den aktuellen Ereignissen in Israel und Gaza

Einordnung: Zu den aktuellen Ereignissen in Israel und Gaza

Nie wieder – an dieses Versprechen nach dem Holocaust gilt es sich zu erinnern, denn: Nie wieder ist jetzt. Foto: Pixabay

Von Christen an der Seite Israels (CSI)

Die aktuellen Ereignisse in Israel und Gaza bedürfen der Reflexion und der Einordnung. Folgende Aspekte scheinen uns von Bedeutung zu sein:

1. Israels Sicherheit

Israel ist von der Hamas in einer Grausamkeit attackiert worden, die unvorstellbar ist und Menschenleben im vierstelligen Bereich gekostet hat – darunter Babys, Frauen und alte Menschen. Es handelt sich um ein systematisches Ermorden jüdischen Lebens. Israel hat alles Recht, die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen (vergleiche 1. Mose 9,5-6; Römer 13,4), und es hat die Pflicht, für die künftige Sicherheit seiner Bürger zu sorgen. Das ist die Raison d’être, der Daseinszweck des Staates Israel, und darin wird die israelische Politik von führenden Rabbinern unterstützt.

2. Verhältnismäßigkeit

Israels Reaktion sollte, so eine oft zu hörende Forderung, „verhältnismäßig“ sein. Das Kriterium der Verhältnismäßigkeit wird im modernen Kriegsrecht verwendet, um zivile Opfer und Schäden im Vergleich zu den militärischen Zielen möglichst gering zu halten. Was verhältnismäßig ist, kann man von extern und ohne Fachkenntnisse nicht beurteilen. Die militärischen Ziele wiederum darf, kann und muss Israel allein bestimmen. Unabhängig davon hat es Israel verdient, in seinem Verteidigungskrieg unsere uneingeschränkte Solidarität zu erfahren. Nur wer sich jetzt vorbehaltlos hinter Israel stellt, stellt sich unzweideutig gegen den Terror – und das ist das Gebot der Stunde.

3. Gefahr eines „zweiten Holocaust“

Hinter diesen Gräueltaten steht eine satanische Israelfeindschaft, die einen religiösen Hintergrund hat und perspektivisch auf einen Genozid an den Juden, eine erneute „Endlösung“ abzielt. Dies wird nicht zuletzt am Namen deutlich, den die Hamas ihrem Angriff gegeben hat: Al-Aksa-Flut. Der Name besagt: Es geht um Jerusalem beziehungsweise den Tempelberg. Das Ziel ist ein weltweiter Dschihad (wie für den 13.10.2023 ausgerufen) und die völlige Vernichtung Israels; der globale Ausbruch von Israelfeindschaft und Antisemitismus ist ein erschreckender Vorbote davon. Insofern hat Israel Recht, wenn es sich nicht nur im Kampf gegen die Hamas sieht, sondern im Kampf gegen das Böse.

4. Globale Gefährdungen

Die Gräueltaten der Hamas gehen weit über das hinaus, was ein konventioneller Krieg mit sich bringt. Das systematische und absichtlich grausame Ermorden von Juden soll Angst und Schrecken verbreiten, einen Flächenbrand auslösen und den Staat Israel zu Fall bringen, um letztlich einen globalen islamischen Staat hervorzubringen. Es geht hier also nicht primär um den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Dieser wird vielmehr instrumentalisiert und für „höhere“ Zwecke benutzt: die Auslöschung Israels und die Eroberung der Welt. Nicht nur Israel, auch wir Europäer sind in Gefahr.

5. Propaganda

Die Hamas arbeitet mit dem Mittel der Lüge und der Verwirrung. So wird die Welt mit widersprüchlichen Nachrichten verunsichert; es werden Bilder von toten Zivilisten in Gaza gepostet („Informationskrieg“) und Israel wird vorgeworfen, grausam gegen Zivilisten vorzugehen („Völkermord“, „Kriegsverbrechen“). Dies geschieht bereits jetzt, entspricht aber nicht der Wahrheit. Die IDF (Israel Defense Forces, Israels Armee) unterliegt hohen ethischen Normen und starker Kontrolle. Israel achtet entschieden darauf, zivile Opfer zu vermeiden, und klärt fragwürdige Vorgänge aktiv auf. Es gilt, wachsam zu bleiben, um der palästinensischen Propaganda nicht auf den Leim zu gehen.

6. Endzeitszenarien

Eine endzeitliche Einordnung ist momentan noch nicht möglich. Referenztexte wie Psalm 83, der Gog-Magog-Krieg (Hesekiel 38) oder der Völkeransturm auf Israel nach Sacharja 12 können aktuell nicht herangezogen werden, um die Geschehnisse zu deuten, da noch nicht genügend Parallelen vorliegen. Allerdings kann sich die Situation in die genannten Endzeit-Szenarien hinein entwickeln. Dies ist möglich. Jene Szenarien bilden indes nur ein Durchgangsstadium. Perspektivisch will Gott Frieden und Heil: für Israel, seine Nachbarn und alle Völker der Welt (Jesaja 2,2-4; 19,23-25; 25,6-8).

7. Christliches Mandat

Christen sollten in diesen Tagen im Gebet hinter Israel stehen, Israel solidarisch zur Seite stehen, Juden weltweit nach besten Mitteln unterstützen, Lügen und Falschdarstellungen entgegentreten, Anti-Israelismus im eigenen Land bekämpfen und öffentlich die Stimme für Israel erheben. Das Gedenken an den Holocaust erfordert es, das „Nie wieder“ mit Leben zu füllen. Das ist unsere Verantwortung. Gerade in diesen Tagen. Nie wieder ist jetzt!

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