„Der Herr liebt die Tore Zions“ – Geistlicher Impuls aus Jerusalem

„Der Herr liebt die Tore Zions“ – Geistlicher Impuls aus Jerusalem

Jerusalem wird an vielen Stellen der Bibel als Gottes geliebte Stadt beschrieben. Foto: Dana Nowak

Von Johannes Gerloff

„Es liebt der Herr die Tore Zions mehr als alle Wohnungen Jakobs“ (Psalm 87,2). Der Name „Zion“ ist verwandt mit „Ziun“. Im Hebräischen werden diese beiden Worte genau gleich geschrieben. „Ziun“ ist eine „Bezeichnung“ oder „Zensur“, die „Note“, die ein Schüler für seine Leistung erhält.

„Ziun LeSchevach“ ist die „Auszeichnung“, die „lobende Erwähnung“, „Ziun-Derech“ der „Wegweiser“, das „Wegzeichen“. Ein „Ziun“ gibt Ausrichtung und ermöglicht eine Bewertung. „Zion“ richtet einen Menschen aus auf den Einen, der diese Stadt erwählt und ausgezeichnet hat vor allen anderen Orten auf dieser Welt. Der Blick auf den „Zion“ führt zum Gott Israels. Rabbi Samson Raphael Hirsch erklärt „Zion“ als „Wahrzeichen und Denkmal für die Menschheit“, das Aufmerksamkeit fordert und so Ausrichtung und Orientierung gibt. Wer vom biblischen Wort geprägt ist, lebt „zionsorientiert“. Er orientiert sich nicht an den Mächtigen dieser Welt, nicht an gesellschaftlichen Gegebenheiten, logischen Überlegungen oder wirtschaftlichen Zwängen, richtet sich weder nach Zeitgeist noch „political correctness“.

All das mag beängstigend sein. Maßgebend ist der Gott, der sich mit seiner Liebe zu den Toren Zions bleibend Seiner Schöpfung verpflichtet hat. „Die Thora, die Weisung, wird von Zion ausgehen“ (Jesaja 2,3). „Zionsorientiert“ leben bedeutet also nicht nur, auf Zion zu sehen, sondern auch, sich von Zion ausrichten zu lassen. Der Zion wird definiert als „Berg meiner Heiligkeit“ oder „mein heiliger Berg“. Entscheidend für den Charakter dieses Berges ist das Wesen Gottes. Zion ist der Ort, an dem sich der allmächtige Schöpfer und Beweger des Weltalls „erdet“, an dieser Erde festmacht. Paulus bezeugt, dass die „Herrlichkeit“ dem Volk Israel gehört (Römer 9,4). Der lebendige Gott hat seine Herrlichkeitsgegenwart, die „Schechinah“, an dieses Volk gebunden. Mit dem jüdischen Volk kehrt sie in unserer Zeit wieder auf den Zion zurück.

Über den Autor: Johannes Gerloff, geboren 1963 und aufgewachsen im Nordschwarzwald, ist Theologe, Journalist und Buchautor. Er lebt seit 1994 mit seiner Familie in Israel.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 127. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen: www.csi-aktuell.de/israelaktuell. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.

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