Farbanschlag auf Deutsch-Israelische Gesellschaft in Berlin

Farbanschlag auf Deutsch-Israelische Gesellschaft in Berlin

Die Schmiererei bezieht sich auf das Massaker von Sabra und Schatila im Libanon. Foto: DIG, Facebook

Vor 40 Jahren ereignete sich in einem Flüchtlingslager im Libanon ein Massaker, das Israel nicht verhinderte. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft wird deshalb Opfer eines Farbangriffes.

Nach einem Farbanschlag auf das Büro der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) in Berlin-Mitte ermittelt der Staatsschutz. Das teilte eine Polizeisprecherin am Sonntag auf Anfrage mit. Ein Reinigungsservice habe am Samstag Schriftzüge und Schmierereien in roter Farbe festgestellt. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Die Organisation habe Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet, sagte DIG-Präsident Volker Beck am Sonntag. „Diese Farbattacke auf unsere Geschäftsstelle ist ein inakzeptabler Angriff auf uns und die Deutsch-Israelische Freundschaft.“

Unbekannte haben die Glastür des Büros der Gesellschaft mit dem Schriftzug „40 Jahre Massaker“ beschmiert, das Klingelschild besprüht und die Logo-Tafel unkenntlich gemacht. Die Täter nähmen Bezug auf ein Ereignis vor 40 Jahren, erklärte Beck. Im September 1982 hatten christliche libanesische Milizionäre – in Sichtweite israelischer Kontrollposten – in einem palästinensischen Flüchtlingslager das Massaker von Sabra und Schatila verübt. Israels damaligem Verteidigungsminister Ariel Scharon wird eine politische Mitverantwortung angelastet.

Das Ereignis rechtfertige die Aktion nicht, betonte Beck. „Wer solche Farbattacken verübt, will einschüchtern, verunsichern und mundtot machen. Wir, die Deutsch-Israelische Gesellschaft, lassen uns so aber nicht beeindrucken“, sagte der DIG-Präsident, der bis 2017 für die Grünen im Bundestag saß.

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