Geschwisterpaar getötet: Autoanschlag in Jerusalem fordert drei Todesopfer

Geschwisterpaar getötet: Autoanschlag in Jerusalem fordert drei Todesopfer

Die Brüder Ja’akov und Ascher starben bei dem Anschlag. Foto: privat

Ein Araber ist am Freitag mit einem Auto an einer Bushaltestelle nördlich von Jerusalem in eine Menschengruppe gerast. Bei dem Anschlag wurden ein sechsjähriger Junge und ein Mann getötet. Der achtjährige Bruder des Verstorbenen schwebte zunächst in Lebensgefahr. Er erlag am Samstag seinen Verletzungen. Vier weitere Menschen wurden verwundet, unter ihnen ist der Vater der getöteten Kinder.

Bei dem Angreifer handelt es sich um einen 31 Jahre alten Palästinenser aus Ostjerusalem. Er wurde von einem Polizisten erschossen. Der Anschlag ereignete sich an der Ramot-Kreuzung. Bei den Ermordeten handelte es sich um Ja’akov Fali (6), Ascher Fali (8) und Schlomo Lederman (20). Letzterer war frisch verheiratet.

Die Mutter der beiden getöteten Jungen, Devora Fali, rief zum Gebet für ihren Ehemann auf. Er wurde bei dem Attentat verletzt und hat eine jahrelange Rehabilitation vor sich. Die beiden haben sieben weitere Kinder. Devora Fali ist zudem im neunten Monat schwanger.

Nach eigener Aussage spürt die trauernde Mutter die Anteilnahme in Israel. „Es ist, als würden die beiden Kinder, die von uns genommen wurden, der ganzen Nation gehören. Das hilft mir, zurecht zu kommen“, sagte sie laut der Zeitung „Yediot Aharonot“. „Sie wurden von einem Terroristen getötet, weil sie Juden waren, und starben im Namen Gottes. Wir hoffen nur, dass sie nicht vergeblich gestorben sind.“

Glaube an Schöpfer gibt Kraft in der Trauer

Am Freitag sollte ein Teil der Familie mit dem Auto fahren. Der Vater und die beiden Jungen wollten den Bus nehmen. Deshalb standen sie an der Haltestelle im Jerusalemer Stadtteil Ramot, als der Palästinenser Hussein Karaka mit dem Auto in die Menschengruppe raste. Der 31-Jährige lebte in Issawia in Ostjerusalem. Er wurde von einem Polizisten außer Dienst erschossen.

Die Mutter der beiden Opfer antwortete auf die Frage, woher sie die Kraft nehme, das zu ertragen: „Wir wurden dazu erzogen, an den Schöpfer des Universums zu glauben – und dass Er die Entscheidungen trifft. Wir streben nicht nach Rache.“

Palästinenser feiern Anschlag

Unterdessen wurden am Freitag in Sozialen Medien Bilder von Palästinensern im Westjordanland und im Gazastreifen veröffentlicht, die den Anschlag feierten. In Gaza forderte ein Mann Kinder auf, Süßigkeiten an Passanten zu verteilen.

Der Sprecher der Terrorgruppe Hamas, Hasem Kassem, erklärte: „Die heldenhafte Tat in Jerusalem ist eine natürliche Antwort auf all die Verbrechen der Besatzung gegen das palästinensische Volk, von denen das letzte das Massaker im Lager Aqbat Dschaber ist.“ Damit bezog er sich auf eine Razzia nahe Jericho, bei der fünf bewaffnete Palästinenser getötet worden waren. Sie hatten einen Anschlag auf ein israelisches Restaurant geplant.

Der Palästinensische Islamische Dschihad ließ verlauten: „Wir bestätigen, dass diese gesegnete Operation, die die Herzen unserer Leute geheilt hat, als natürliche und legitime Antwort auf die Verbrechen der Besatzung kam.“ (Israelnetz)

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