Junge Christen entdecken Israel – mit Gott als Reiseleiter unterwegs

Junge Christen entdecken Israel – mit Gott als Reiseleiter unterwegs

In der Ortschaft Katzrin im Norden Israels konnten sich die Reiseteilnehmer originalgetreu verkleiden – die Gruppe erfuhr, wie das Alltagsleben eines jüdischen Dorfes im 4. Jahrhundert ausgesehen hat. Foto: CSI

Was passiert, wenn Gott Gebetsanliegen erhört, konnte ein junges, neues Leitungsteam von Christen an der Seite Israels (CSI) hautnah erleben. Es hatte erstmals in diesem Sommer die volle Verantwortung für eine Reisegruppe mit 43 Teilnehmern übernommen. Der gemeinsame Eindruck: Die Führung der Junireise 2023 nach Israel von Junges CSI lag nicht bei ihnen, sie lag bei Gott.

„Am Anfang habe ich gedacht, es macht keinen Unterschied, ob ich nach Marokko fliege oder nach Israel“, waren die Worte eines Teilnehmers unserer Junireise 2023, als wir zur Abschlussrunde zusammensaßen. Jetzt gehört dieser Reiseteilnehmer bereits zu unserem Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern bei Junge Christen an der Seite Israels (JCSI). Er hat den Unterschied zwischen Israel und anderen Urlaubsländern verstanden. Nächstes Jahr möchte er bei einer Reisegruppe mitarbeiten und anderen die Erfahrung ermöglichen, die er selbst gemacht hat.

Zu den Schwerpunkten unserer JCSI-Reisen gehören theologische Themen, so zum Beispiel der jüdische Jesus, der Ölbaum und die Bundesgeschichte, genauso wie die Aufarbeitung des Antisemitismus und der Ersatztheologie in unserer Kirchengeschichte. Deshalb treffen wir auf jeder Reise auch Holocaust-Überlebende. Dieses Mal konnten wir einer großen Gruppe von ihnen unter der Organisation von Alex Dietze begegnen und sie dank der Großzügigkeit unseres jüdischen Partners Keren Hayesod und dessen 1. Vorsitzenden Sammy Endzweig sogar zum Mittagessen einladen.

Spenden aus dem Netzwerk von Christen an der Seite Israels haben es sechs Studenten und Auszubildenden ermöglicht, mit nach Israel zu fliegen – ohne diesen Zuschuss hätten sie diese Reise nicht machen können. Was sie dort erlebt haben und wie die Reise sie verändert hat, lassen wir sie in ihren eigenen Worten berichten:

Christina: „Als deutsche Christen haben wir das Mandat, vom Fluch zum Segen für das jüdische Volk zu werden.“

„Die zehntägige Tour war vollgepackt mit Begegnungen, Abenteuern und neuen Eindrücken. Natürlich gehörten das Baden im Toten Meer, die Bootsfahrt auf dem See Genezareth, das Lagerfeuer in der judäischen Wüste und die Wanderung im wunderschönen En Gedi zu den Highlights, aber die größte Bereicherung war, Jesus besser kennenlernen und verstehen zu dürfen. Das erfolgte auf zwei Weisen: durch das Kennenlernen seiner Heimat und seiner Familie. Gleichzeitig hat mir die Reise eine neue Sicht auf die Juden gegeben und in mir eine Liebe zum jüdischen Volk geweckt – durch die Erkenntnis, dass wir Nichtjuden ‚dank’ ihrer Ablehnung des Messias mit ins Heilsgeschehen der Juden hineingekommen sind. […]

Viele der Israelis, die wir kennenlernen durften, haben mich in mehrfacher Hinsicht inspiriert. Insbesondere die Begegnung mit einer jüdischen Frau namens Ronel, die mit ihrer Familie in der judäischen Wüste lebt. Angriffe der Beduinen auf ihr Eigentum sind jederzeit möglich, aber die Familie entscheidet sich, sich nicht um den morgigen Tag zu sorgen. Stattdessen danken sie Gott jeden Morgen für den neuen Tag, den sie noch auf Erden leben dürfen. […]

Ebenfalls beeindruckt hat mich die Liebe der Juden zur Tora: Ronel erzählte, dass ihr Enkel auf der Tora-Schule bleibt, bis er nicht nur die Tora auswendig zitieren kann, sondern vielmehr bis sie in sein Herz eingeschrieben ist. Das zeigt, wie sehr sich viele Juden bemühen, Gott wirklich und wahrhaftig kennenzulernen und ihm von ganzem Herzen zu gehorchen und zu folgen.

Christina (l.) und Anny haben auf der Israelreise von JCSI viel über das Land und ihren eigenen Glauben gelernt. Foto: privat

Kurz, die Israelreise hat sehr viel in meinem Herzen bewegt und ich bin sehr dankbar für das Sponsoring, das mir diese Reise ermöglicht hat. Durch jede einzelne Begegnung habe ich etwas Neues über das Land, den Staat, die Kultur und das Judentum – und daher auch über mich selbst und meinen eigenen Glauben – gelernt.

Zugleich hat sie mich als aktuelle Politik- und Wirtschaftsstudentin motiviert, mich im nächsten Jahr meines Studiums auf Nahostpolitik zu spezialisieren, um vielleicht in Zukunft auch selbst eine positive Stimme für Israel zu sein. Der Besuch in Yad Vashem und die Bootsfahrt mit Holocaust-Überlebenden haben mir klargemacht, dass wir insbesondere als deutsche Christen das Mandat haben, vom Fluch des Holocaust zum Segen für das jüdische Volk zu werden und dazu möchte auch ich selbst gerne beitragen.“

Jael: „Gott hält sein Versprechen, ja er hält sein Wort“

„Diese Zusage hat mich auf meiner zehntägigen Israelreise begleitet, geprägt und verändert. Sie war der rote Faden durch meine Reise. Ich durfte Gott in seiner Treue und Liebe für Israel neu kennen- und lieben lernen. Es gab nicht nur ein Highlight, es waren ganz viele kleine Momente, die am Ende zu einem großen Schatz für mich wurden. Ein Schatz, den ich jetzt bei mir trage, den mir nichts und niemand auf der Welt rauben kann.

Als wir auf dem See Genezareth eine Bootstour machten, musste ich an die Geschichte mit Jesus und seinen Jüngern denken. Jesus hat gesagt, dass sie ans andere Ufer fahren werden. Dann kam der Sturm, die Angst und die Not. Die Verzweiflung, die Sorge und vor allem das fehlende Vertrauen in Jesus. Wie oft habe ich Momente in meinem Leben, wo Umstände mich bedrohen wollen, ich das Gefühl habe zu ertrinken, keine Kontrolle zu haben und beinahe am Verzweifeln bin? Wie oft bin ich genau wie die Jünger: sehe den Sturm, sehe die Angst und die Hoffnungslosigkeit, statt der Stimme des Heiligen Geistes zu folgen. Schaue auf den Sturm und nicht auf den Sturmstiller. Ganz leise, ganz langsam erinnere ich mich wieder an seine Zusage: Wir fahren ans andere Ufer. […]

Auch durch Prophezeiungen aus dem Alten Testament erkennen wir Gottes Größe. Als wir in der Wüste unterwegs waren, wurde mir etwas bewusst: Immer mehr Siedler kommen in die Wüste und bebauen, bepflanzen und bewohnen sie. Immer mehr Juden kehren aus der Diaspora zurück und fangen an in Israel zu leben. Es hat etwas begonnen, was nicht aufzuhalten ist. […]

Gott erfüllt seine eigenen Zusagen. Er bringt seine Söhne und Töchter heim. Er ruft sein geliebtes und auserwähltes Volk nach Hause. Der Gott Israels beginnt die Wüste wieder zu einem lebendigen Ort zu machen. […] Ich will durch Gebet und praktische Unterstützung dazu beitragen, Gottes Volk zu trösten und seine Söhne und Töchter nach Hause zu bringen. Ich will Israel segnen. […]

Viele kleine Erlebnisse der Israelreise wurden für Jael am Ende zu einem großen Schatz. Foto: privat

Das jüdische Volk sehnt sich nach dem Kommen des Messias. Es ist nicht nur ein Warten, es ist ein Herbeisehnen, ein Ruf der Seele, die es nicht erwarten kann, ihren Messias zu sehen. Diese Herzenshaltung wünsche ich mir für mein eigenes Leben und das der Christen in Deutschland nach Offenbarung 22,30: Dass wir unseren König herbeisehnen, nach ihm suchen und zu ihm beten. Dass wir als Braut voller Leidenschaft auf den Bräutigam warten. Der Messias, Jesus Christus, wird wiederkommen. Nach Israel, nach Jerusalem auf den Ölberg. Gott hat es angekündigt und es wird geschehen. Denn Gott hält sein Wort. Er steht zu seinen Zusagen. Was für eine Freude! L‘Shana Haba‘ah b`Yerushalayim. Nächstes Jahr in Jerusalem!“

Anny: „Die Reise fängt jetzt erst an.“

„Durch die Reise durfte ich verstehen, was für einen perfekten Plan Gott mit seinem Volk und dem Land Israel hat und was für eine Rolle ich auch in dem Ganzen spiele. Eingepfropft als wilder Ölzweig in den edlen Ölbaum, darf ich ein Wohlgeruch des Messias für die Juden sein, um sie zur Eifersucht zu reizen und in ihnen Sehnsucht nach ihrem Messias zu wecken (Römer 11).

Gott hat auf dieser Reise Herzen geöffnet und gleichzeitig so viele Fragen aufgeworfen. Wie eine Mitreisende in der Abschlussrunde sagte: ‚Die Reise fängt jetzt erst an!‘ Dies kann ich nur bestätigen. Es geht jetzt erst los mit dem Herzensthema Gottes und ich freue mich schon sehr, es immer mehr zu entdecken und zu verstehen. Ich habe meinen geliebten Jesus von den Juden und ich möchte ihn und seine Herkunft tiefer kennenlernen. Es hat in Israel angefangen und wird wohl mein Leben lang noch weitergehen.“

Seit mehr als zehn Jahren bietet Christen an der Seite Israels jährlich zwei Reisen für junge Christen im Alter von 18 bis 35 Jahren an. Bislang liefen diese Reisen unter dem Namen Israel Connect. Im Zuge der Zusammenführung von Israel Connect und der Netzwerkarbeit ReformaZION unter dem neuen Namen Junges CSI fand zudem ein Generationswechsel in den Reiseleitungsteams statt. Unser Anliegen ist und bleibt es, dass junge Christen ihren Platz an der Seite Israels finden.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 134. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.

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