Ägyptische Grenze: Drei israelische Soldaten bei Anschlag getötet

Ägyptische Grenze: Drei israelische Soldaten bei Anschlag getötet

Die getöteten Soldaten: (v.l.) Ohad Dahan, Lia Ben-Nun und Ori Jitzchak Ilus. Foto: Israel Defense Forces

Ein ägyptischer Polizist erschießt an der Grenze drei israelische Soldaten. Dann wird er selbst getötet. Offenbar handelt es sich um einen Einzeltäter.

Nach einem tödlichen Anschlag auf israelische Soldaten an der Grenze zu Ägypten haben die ägyptischen Behörden den Namen des Angreifers bekanntgegeben. Er wurde an Montag als der 22-jährige Mohamed Salah Ibrahim aus der ägyptischen Hauptstadt Kairo identifiziert. Am Samstag hatte der Polizist den Grenzzaun überschritten und drei israelische Soldaten getötet. Er starb in einem Schusswechsel.

Arabischen Medienberichten zufolge wurde Ibrahim im Juni 2022 von der ägyptischen Armee rekrutiert. Als Polizist wurde er an der Grenze stationiert. Der Tod eines Kameraden bereitete ihm mentale Probleme. Ein Freund sagte, er habe sich um ein medizinisches Attest bemüht, das ihn wegen körperlicher Beschwerden vom Dienst befreien sollte.

Es gibt auch Berichte, nach denen sich der Ägypter vor Kurzem über die Bedingungen seines Dienstes beklagte. Er war demnach fast drei Wochen abwesend, dann sei er zur Basis zurückgekehrt.

Angreifer entfernte sich 5 Kilometer von seinem Posten

Die drei getöteten Soldaten dienten in gemischten Bataillonen der leichten Infanterie. Am Freitag um 21 Uhr Ortszeit traten zwei von ihnen, der 20-jährige Ori Jitzchak Ilus und die 19-jährige Lia Ben-Nun, ihre Zwölf-Stunden-Schicht an einem Grenzposten an.

Gegen 2.30 Uhr vereitelten israelische Truppen etwa 3 Kilometer entfernt einen Schmuggelversuch. Sie beschlagnahmten Ware im Wert von umgerechnet rund 370.000 Euro. Eine halbe Stunde später war es wieder ruhig, schreibt die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Um 4.15 Uhr gaben die beiden Soldaten per Funk durch, bei ihnen sei alles in Ordnung. Derweil verließ auf der anderen Seite der Grenze Ibrahim seinen Posten und legte etwa 5 Kilometer zurück. Mit einem Kampfmesser schnitt er an einem kleinen Tor die Kabelbinder durch und gelangte auf israelisches Gebiet. Das Tor dient der israelischen Armee, um im Notfall schnell die ägyptische Seite zu erreichen.

Offenbar großer Angriff geplant

Der Ägypter ging zum etwa 150 Meter entfernten Posten von Ilus und Ben-Nun. Dort gab er zwischen 6 und 7 Uhr tödliche Schüsse auf die beiden Israelis ab. Als diese auf Funksprüche nicht reagierten, begab sich ein Offizier kurz vor Schichtende zu der Stellung und entdeckte die beiden Leichen. Die Soldaten hatten keinen Schuss abgegeben. Offenbar waren sie vom Angreifer völlig überrascht worden.

Die Armee leitete eine Suche ein. Kurz nach 11 Uhr entdeckte eine Drohne den Ägypter hinter einer Felsformation. Diese befindet sich etwa 1,5 Kilometer von der Grenze entfernt. Als sich israelische Soldaten dem Versteck näherten, eröffnete Ibrahim erneut das Feuer und tötete den 20-jährigen Ohad Dahan. Ein Offizier wurde leicht verletzt. Der Ägypter starb beim Schusswechsel.

An dem Leichnam fanden die Soldaten zwei Kampfmesser, Lebensmittel und eine Koran-Ausgabe. Hinzu kamen sechs Magazine für Ibrahims Kampfgewehr. Nach Auffassung des Militärs hatte er einen größeren Angriff geplant.

Von ägyptischer Seite hieß es zunächst, Ibrahim habe die Grenze überquert, um Verdächtige bei einem Fall von Drogenschmuggel zu jagen. Dies wurde später zurückgenommen.

Israelische Armee: Täter handelte allein

Das israelische Militär geht davon aus, dass der Angreifer allein gehandelt hat und die Ägypter nichts von seinen Plänen gewusst haben. Die beiden Armeen untersuchen den Vorfall gemeinsam. Aus dem israelischen Militär hieß es, die Ägypter kooperierten bei den Ermittlungen vollkommen. Israel interessiert unter anderem, ob die Sicherheitsvorkehrungen bei den kleinen Toren ausreichen und warum der Tod der beiden Soldaten mindestens zwei Stunden lang nicht bemerkt wurde.

Ibrahim hatte während des Konfliktes zwischen Israel und der Terror-Organisation Hamas im Gazastreifen von 2021 Solidarität mit den Palästinensern bekundet. Auf Facebook schrieb er: „Allah steht Palästina bei.“ Dem fügte er den Hashtag hinzu: „#GazaUnderAttack“ (Gaza wird angegriffen). Am Montag übergab Israel den Leichnam des Attentäters an Ägypten.

Fußballer widmet Soldaten Siegestor

Ori Jitzchak Ilus, Lia Ben-Nun und Ohad Dahan wurden am Sonntag auf den Militärfriedhöfen ihrer Heimatorte beigesetzt. Die Nachricht vom Anschlag erreichte auch die israelischen Juniorenfußballer in Argentinien: Nach dem Sieg gegen Brasilien im Viertelfinale der U-20-Weltmeisterschaft widmete Dor Turgeman seinen entscheidenden Treffer den drei getöteten Soldaten.

Seit dem Friedensabkommen von 1979 koordinieren Israel und Ägypten ihre Einsätze an der Grenze. Die von Israel errichtete Barriere soll afrikanische Migranten und islamische Terroristen aus dem Sinai aufhalten. (Israelnetz)

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