Einsatz in der Türkei: Israelische Helfer nach Erdbeben vor Ort

Einsatz in der Türkei: Israelische Helfer nach Erdbeben vor Ort

Das israelische Rettungsteam nach der Ankunft in der Türkei. Foto: Israelisches Außenministerium | Facebook

Ein israelisches Team fliegt nach dem Erdbeben für einen Rettungseinsatz in die Türkei. Auch aus Syrien kommt eine Anfrage.

Nach dem verheerenden Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion ist ein erstes Rettungsteam aus Israel im Katastrophengebiet eingetroffen. Die Helfer landeten am Dienstagmorgen am Flughafen Adana im Südosten der Türkei. Sie sollen sich an der Suche nach Überlebenden beteiligen. Auch ein israelisches Feldkrankenhaus ist im Rahmen der Operation „Ölzweig“ geplant.

Bereits wenige Stunden nach dem Beben der Stärke 7,8 hatte der israelische Außenminister Eli Cohen am Montagmorgen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu (AKP) telefoniert und Hilfe angeboten. Dieser dankte dem Likud-Politiker und sagte, die Türkei wisse Israels Unterstützung zu schätzen. Seit dem vergangenen Jahr haben sich die beiden Länder nach mehrjährigen Spannungen wieder angenähert.

Direkte Anfrage aus Syrien

Doch auch aus Syrien, das keine diplomatischen Beziehungen zu Israel pflegt, kam eine Anfrage um Hilfe. Israel will ihr stattgeben. Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) teilte mit: „Ich habe angeordnet, dass Such- und Rettungsteams und Medikamente hingeschickt werden, entsprechend der Anfrage der türkischen Regierung. Das haben wir in aller Welt getan, und wir tun es auch in unserer Region. Da ebenfalls eine Anfrage eingegangen ist, vielen Opfern in Syrien zu helfen, habe ich auch dafür entsprechende Anweisungen erteilt.“

Im Zusammenhang mit der Anfrage aus Syrien war die Rede von nicht näher genannten „diplomatischen Quellen“. Das israelische Wirtschaftsmagazin „Globes“ fand heraus, dass die Bitte tatsächlich nicht von internationalen Hilfsorganisationen gekommen sei, sondern direkt aus Syrien. Wie genau Israel in dem befeindeten Nachbarland helfen kann, ist allerdings noch unklar.

Netanjahu bekundete der Türkei am Montag im Namen der israelischen Bürger seine Anteilnahme. Staatspräsident Jitzchak Herzog erklärte, er sei „zutiefst betrübt über diese enorme Katastrophe, die die Türkei infolge des Erdbebens letzte Nacht befallen hat“. Seine Beileidswünsche gingen an Präsident Recep Tayyip Erdogan und das türkische Volk wegen des Verlustes von Menschenleben und der Zerstörung von Lebensgrundlagen. Israel stehe zum Helfen bereit, ergänzte Herzog laut einer Mitteilung des Präsidialamtes.

Erdstöße bis Grönland zu spüren

Das erste Erdbeben mit der Stärke 7,8 auf der Richterskala hatte sich am Montag um 4.17 Uhr Ortszeit ereignet. Das Epizentrum lag zwischen den türkischen Städten Kahramanmaras und Gaziantep. Die Erschütterungen waren nicht nur in Israel, sondern auch bis Grönland zu spüren. Am Nachmittag folgte ein weiteres Beben mit der Stärke 7,5. Auch am Dienstag gab es Erdstöße. Viele Menschen im Katastrophengebiet verbrachten die Nacht trotz eisiger Kälte im Freien. Gefrierender Regen und Minusgrade erschweren die Rettungsarbeiten.

Bislang sind mehr als 5.000 Todesfälle bestätigt. In der Türkei ist von mehr als 14.000 Verletzten die Rede, in Syrien wurde deren Zahl am Dienstagmorgen mit 3.411 angegeben. Fast 6.000 Gebäude wurden zudem laut Berichten zerstört. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass die Opferzahl auf bis zu 20.000 steigen könnte. In der Türkei sind auch syrische Flüchtlinge von der Katastrophe betroffen.

Es ist das stärkste Erdbeben in der Türkei seit dem Jahr 1939. Damals forderte ein Beben der Stärke 7,8 in der Provinz Erzincan 33.000 Todesopfer. (Israelnetz)

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