Christen an der Seite Israels e.V. verurteilt die jüngsten pauschal-menschenverachtenden Aussagen des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir, Israel solle „in Gaza gezielte Tötungen durchführen und jede Nacht 30 bis 40 ausschalten“.
Von Josias Terschüren
Bei allem Verständnis für moralische Abscheu gegenüber den Gräueltaten der Hamas vom 7. Oktober 2023 im Angesicht einer ehemaligen Geisel, sind diese Aussagen des Ministers für Nationale Sicherheit nicht nur ethisch abzulehnen, sondern zudem Wasser auf die Mühlen derjenigen, die Israel genozidale Absichten unterstellen. Ben-Gvir tritt damit die Bemühungen der Israelischen Verteidigungsarmee (IDF), den Verteidigungskrieg in Gaza so human wie möglich zu führen, mit Füßen und erweist seinem Land einen weiteren Bärendienst.
Ben-Gvir spricht im Wahlkampf nur für sich selbst. Seine Position ist nicht repräsentativ für Israel oder die israelische Regierung. Wir fordern deutsche Politiker dazu auf, Sanktionsforderungen auch weiterhin entgegenzustehen. Sanktionen gegen einen israelischen Minister wären dazu geeignet, den jüdischen Staat in Europa weiter zu isolieren und antieuropäische Haltungen in Israel zu stärken. Populistische Politiker wie Ben-Gvir zehren zudem von einem Opfernarrativ, was dadurch nur befeuert würde.
Hintergrund
Der umstrittene israelische Minister für Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hatte am 15. August in der ersten Folge des Podcasts „Der 8. Oktober“ der befreiten Hamas-Geisel Rom Braslavski gesprochen und mit seinen Aussagen für weltweite Empörung gesorgt, auch wenn er später die Pauschalisierung relativierte, indem er von Terroristen sprach. In Deutschland hat sich mit dem außenpolitischen Sprecher, Jürgen Hardt, auch ein gewichtiger Vertreter der als israelfreundlich geltenden Unionsfraktion für Sanktionen ausgesprochen.
