Diskussion um Impfpraxis in Israel

Diskussion um Impfpraxis in Israel

In Israel wird in diesen Tagen die Bevölkerung im Schnellverfahren geimpft. Geimpfte bekommen einen Impfpass und sollen im Unterschied zu Nicht-Geimpften besondere Vorteile genießen. Dies betrifft insbesondere den Besuch öffentlicher Einrichtungen wie Restaurants oder öffentliche Strände. Nach aktuellen Umfragen wollen sich etwa 70 % der Israelis impfen lassen, etwa 30 % nicht. Dies führt zu heftigen Meinungsverschiedenheiten in Israel.

Auch außerhalb Israels wird über dieses Thema diskutiert. Diese Kontroversen reichen bis in die Reihen der christlichen Israelfreunde in Deutschland hinein. Deshalb sehen wir uns veranlasst, dazu Stellung zu nehmen. Auch in unseren eigenen Reihen gibt es zum Thema Corona-Impfung ein breites Spektrum von Meinungen, sowohl, was die Impfpraxis in Deutschland, wie auch die in Israel betrifft. Dieses breite Spektrum beruht auf unterschiedlichen Werten und Prioritäten, unterschiedlicher Lebenserfahrung und Sozialisierung und unterschiedlichen Informationen und Überzeugungen. Die Breite der Meinungen führt zu kontroversen Diskussionen. Den offenen Austausch von Argumenten begrüßen wir grundsätzlich uneingeschränkt.

Auseinandersetzungen sind notwendig, doch sollten sie nicht derart polarisierend und scharf geführt werden, dass die Gemeinschaft zwischen Menschen zerbricht oder gar zu Feindschaft wird. Das biblische Gebot: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob“ (Röm 15,7) sollte Christen leiten. Die geschwisterliche Gemeinschaft soll über persönlichen Befindlichkeiten hinsichtlich der aktuellen Corona-Fragen stehen.

Als Leitung von Christen an der Seite Israels e.V. beobachten wir mit Sorge, dass die unterschiedlichen Sichtweisen unter Israelfreunden den gemeinsamen Dienstauftrag belasten könnten. Hier bitten und empfehlen wir, Meinungsverschiedenheiten nicht so viel Raum zu geben, dass sie die Einheit hinsichtlich unseres gemeinsamen Auftrages beschädigen könnten. Unser Auftrag an Israel und dem jüdischen Volk besteht unverändert fort, auch wenn sich die Rahmenbedingungen verändert haben mögen. Ihm gilt es, treu zu bleiben.

Eine besondere Variante dieser Diskussion ist die Meinung, dass eine unterschiedliche Behandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften vergleichbar sei mit der Diskriminierung von Juden durch die Rassegesetzgebung im Dritten Reich. Aus unserer Sicht ist dieser Vergleich hochproblematisch und verkennt die historische Situation im Nazi-Deutschland des letzten Jahrhunderts. Sorge bereitet uns allerdings, wie einfach es in heutigen Demokratien möglich ist, Freiheitsrechte einzuschränken und Parlamente zu übergehen. Es wird von daher von großer Bedeutung sein, darauf zu achten, dass diese Einschränkungen nach der Corona-Pandemie vollständig aufgelöst und die Freiheitsrechte in vollem Umfang wiederhergestellt werden.

Am Ende bleibt gerade in dieser Zeit die Aufforderung des Apostels Paulus, an unseren Regierenden einen geistlichen Dienst zu tun, indem wir für sie beten (1 Tim 2,2). Diese Aufforderung steht über allen politischen Differenzen und ist zugleich ein Weg, der Christen eint. Möge der Gott des Friedens mit uns sein.

In diesem Zusammenhang weisen wir auch auf den Artikel „Auf dem Weg zum Impf-Weltmeister“ von Johannes Gerloff hin: https://gerloff.co.il/de/impfweltmeister/

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